WESTERSTEDE - Balance zu halten, ist für zwölf Jugendliche gar kein Problem. Sie lieben es, in ihrer Freizeit in einem Niedrigseilgarten herumzuklettern. Vor einem Jahr haben sie sich als ehrenamtliches Team im Westersteder Jugendzentrum zusammengetan, um anderen bei den ersten Gehversuchen in luftiger Höhe zu helfen. Dafür haben sie auch schon zum Großteil eine Jugendleiterausbildung mit anschließender Spezialfortbildung absolviert. Das Angebot, das interessierte Gruppen gegen eine Aufwandsentschädigung buchen können, kommt überall gut an – auch bei Erwachsenen.
Die Idee, einen Seilgarten für die Arbeit im Jugendzentrum zu nutzen, hatte Stadtjugendpflegerin Sigrid Exner. Sie war von den Möglichkeiten dieses Freizeitvergnügens begeistert. „Dabei werden nicht nur Bewegungsabläufe geschult, sondern auch soziale Kompetenzen trainiert. Es kommt auf Teamfähigkeit und vieles andere an“, nennt sie einige Beispiele.
Mit ihrer Begeisterung hat sie auch die Jugendlichen angesteckt. Andreas beispielsweise ist schon seit einigen Jahren ein begeisterter Kletterer. „Die notwendigen Knoten muss man natürlich lernen. Den Aufbau aber kann man abändern, je nachdem – einfach oder schwierig.“ Die Seile werden kniehoch zwischen Bäumen oder Pfählen gespannt. „Wenn man draufsteht, sieht das trotzdem ganz schön hoch aus. Man braucht Konzentration und Körpergefühl“, erzählt Studentin Alena, die über die Gruppe eine Projektarbeit zum Thema Ehrenamt schreibt. Langeweile kommt bei den jungen Betreuern, die sich regelmäßig treffen, nicht auf. „Wir bauen jedes Mal andere Elemente mit ein und überlegen uns etwas Neues“, betont Sarah. Sie sieht auch für Anfänger viele Vorteile: „Man kann seine Angst überwinden und sich ausprobieren. Koordination und Teamfähigkeit werden trainiert. Hier gibt es keinen Konkurrenzgedanken.“
Am Sonntag haben Interessierte die Möglichkeit, das Angebot zu testen. Von 14 bis etwa 18 Uhr stehen die Trainer beim Jugendzentrum bereit. Dieser Tag wurde ausgesucht, um der gesamten Familie ein besonderes Freizeitabenteuer zu ermöglichen. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen und Spiele.
