Westrhauderfehn - Das dritte Achtelfinalspiel des Ostfriesland-Cups 2022 fand am Montagabend in Westrhauderfehn statt. TuRa Westrhauderfehn empfing den neuen Fußball-Regionalligisten Kickers Emden und bot den Gästen bis zum Schlusspfiff Paroli. Initiator Manfred Bloem tippte vor der Partie auf einen 4:1-Kickers-Sieg und war damit sicher nicht der Einzige, der dem Favoriten einen klaren Sieg voraussagte.
Aber, der Gastgeber versteckte sich keinesfalls, suchte Lösungen in spielerischer Hinsicht und beschäftigte die Gäste zusehends. Für Westrhauderfehn war es somit nicht nur einfach ein Vorbereitungsspiel, vielmehr wollte man versuchen, den Kickers ein Bein zu stellen, schließlich hatte man eh nichts zu verlieren. Der Favorit aus Emden bot mit Nick Kösters und Andre Ndiaye zwei Neuzugänge in der Startelf auf, auch Top-Torjäger Tido Steffens war nach einem krankheitsbedingten Ausfall wieder fit.
In den ersten zehn Minuten hatten die Gäste durch Marvin Eilerts zwei gute Chancen, doch auch die Gastgeber waren im Spiel, vergaben durch Marcel Degner eine Chance, der vor dem Tor die falsche Entscheidung traf und abspielte, statt selbst abzuschließen.
Es ging ein wenig hin und her, Kickers präsentierte allerdings ideenlos, während Tura hochkonzentriert zu Werke ging. Von die Klassen Unterschied war nichts zu sehen, was den bestimmt um die 500 Zuschauern auch sehr gefiel. In der 28.Minute war es dann, nach dem bis dato schönsten Angriff so weit. Ndiaye leitete den Angriff mit einer Hereingabe von linksaußen auf Holger Wulff ein, der legte auf Tide Steffens ab und auf zentraler Position setzte Steffens einen Flachschuss in linke Eck zur 1:0-Führung in die Maschen, damit ging es auch in die Pause.
Foto: Volkhard Patten
Kickers hatte in der ersten Hälfte wohl mehr Ballbesitz, leistete sich aber auch einige individuelle Fehler. Tura zeigte eine starke erste Hälfte, war um spielerische Lösungen bemüht und hatte vor allem in eins gegen eins-Situationen den einen oder anderen BSV-Akteur nicht gut aussehen lassen.
Zur zweiten Hälfte brachte Kickers-Coach Stefan Emmerling mit Vafing Jabateh den dritten Neuzugang. Kickers hatte auch weiterhin mehr vom Spiel, doch konnte sich Tura-Schlussmann Hendrik Gossmann ein paarmal sehr gut auszeichnen. Außerdem leistete die Abwehr der Gastgeber um Onno Janßen und Nico Bohlen einen guten Job. In der letzten Spielminute sorgte TuRa-Akteur Arlind Jonjic noch einmal für Aufsehen, nach einer Flanke landete sein Kopfball nur auf dem Tornetz und so blieb es am Ende beim 1:0-Sieg des BSV Kickers Emden.
Letzten Endes fehlte den Underdog das Quäntchen Glück. In der Nachspielzeit warf TuRa noch einmal alles nach vorne und präsentierte sich gegen den Regionalligisten über die gesamte Spielzeit sehr gut. Die Gäste stehen im Viertelfinale, von einer Glanzleistung war die Emmerling-Mannschaft aber doch weit entfernt.
TuRa-Coach Erhan Colak war trotz des knappen Ausscheidens aus dem Ostfriesland-Cup sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Uns war schon bewusst, das mit Kickers Emden ein sehr spielstarker Gegner unser Gast ist und wir waren jetzt erst am vierten Tag mit unserer Mannschaft zusammen. Aber, wir haben uns auch Aufgaben gestellt und ich denke, wir haben sehr gut dagegengehalten und wenn der Kopfball am Ende noch reingegangen wäre, wäre das sicherlich auch nicht unverdient. Für uns ist wichtig, dass wir gut in die Saison starten und darauf arbeiten wir jetzt hin“.
Foto: Volkhard Patten
Gästetrainer Stefan Emmerling sah seine Mannschaft sehr konzentriert, „nur im letzten Drittel fehlte die Lockerheit, das zweite Tor zu erzielen“, sagt Emmerling. Mit der Einstellung seiner Mannschaft sei er sehr zufrieden, „aber klar, man erwartet schon einen klareren Sieg. Das haben wir verpasst, weil wir einige Chancen nicht clever genug ausgespielt haben“, sagt Emmerling der aber auch betonte, dass es ja auch nicht zu erwarten sei, dass jetzt schon alles perfekt läuft. Im Viertelfinale geht es nun zur SG Jheringsfehn/Stikelkamp wo mit Uwe Wetzel ein ehemaliger Coach von Stefan Emmerling Trainer ist.
„Wir freuen uns natürlich auf das Wiedersehen, doch geht es auch in diesem Spiel darum, eine Runde weiterzukommen“. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und eine Pause wird es beim BSV Kickers Emden nicht geben. „Wir gehen die kommenden Tage Vollgas, dann steht am Freitag ein Test beim SSV Jeddeloh an (Jubiläum in Groß Midlum)“, sagt Emmerling. „Wir haben Ziele und wollen Titel sammeln, Saris Cup, Ostfriesland-Cup, doch hat man heute gesehen, uns wird nichts geschenkt“.


