Wilhelmshaven - Passend zum Herbstanfang fiel am Samstag die Stimmung des Handball-Drittligisten Wilhelmshavener HV nach dem Abpfiff in Augustdorf aus. Mit 25:31 (12:15) verlor das Team von Trainer Christian Köhrmann beim Team Handball Lippe II und ist damit nach vier Spielen der Nord-West-Staffel erst einmal kein Topclub, sondern ein Mitläufer. Und um den Herbstblues perfekt zu machen: die Niederlage im Lipperland war völlig verdient, weil sich der WHV einmal mehr viel zu viele Fehler leistete.

Dabei ging es gut los: Sven Eberlein suchte zielstrebig den Weg zum Tor, als wenn der Motor bisher nie gestottert hätte. In der Folge aber gingen die Gäste nur noch einmal in Führung: Duncan Postel, der ansonsten nicht weiter auffiel, traf zum 4:3 für den WHV (8.). Anschließend aber blieb der WHV zwar dran, wirkte im Angriff aber wenig zielstrebig. Und dann wurde es bitter: Erst schloss Rene Drechsler in Überzahl zu früh ab, und so verpasste der WHV das 11:11, dann kassierten Eberlein und Tim Düren kurz hintereinander Zeitstrafen, und die doppelte Überzahl nutzten die Gastgeber, um sich auf 13:10 (26.) abzusetzen und diesen Vorsprung in die Pause zu bringen (15:12).

Wer als WHV-Fan schnell auf Besserung gehofft hatte, musste erst einmal leiden: der WHV-Start in Durchgang zwei - er bestand aus einem Ballverlust in Überzahl. Und bis zum 20:26-Rückstand aus WHV-Sicht (50.) wurde es nicht besser: Tobias Schwolow scheiterte von Halbrechts, Sergi Ala Sanchez mit einem Tempogegenstoß, Eberlein mit einem Siebenmeter. Und hinzu kamen Missverständnisse, Fehlpässe und ein falscher Anwurf.

Erst als fast alles zu spät war, kam der WHV noch einmal zurück: Hinten stellte die neue offensive 3:2:1-Abwehr die Gastgeber vor Probleme, Torhüter Konstantin Madert war ein paarmal zur Stelle. Und vorne läutete ein kompromissloses Tor des eingewechselten Jan Bennet Behrends die Aufholjagd ein. Beim 25:27 (57./Schwolow) war plötzlich wieder alles drin. Dann aber leistete sich Behrends einen Ballverlust und handelte sich zu allem Überfluss noch eine Zeitstrafe ein. Und als 20 Sekunden später auch Matej Kozul auf die „Strafbank“ musste, war die zweite Niederlage in Folge besiegelt..

„Es ist einfach nervig, dass wir jetzt schon wieder über die gleichen Dinge reden müssen wie nach der Niederlage gegen Hildesheim“, stellte Köhrmann fest. „Einfache Fehler, freie Situationen, die wir nicht nutzen - das zerstört den Kopf und nimmt die Emotionen aus dem Spiel. Wir reißen das, was wir aufbauen, so selber wieder ein.“

WHV: Lefan (1.-16. und bei zwei Siebenmetern/2 Paraden), Madert (17.-60./12); Eberlein 6/1, Düren 4, Maas 4, Postel 3, Sanchez 2, Kozul 2, Drechsler 2, Schwolow 1, Behrends 1, Schweigart, Troschke (n.e.)

Martin Münzberger
Martin Münzberger Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung