Im ersten Spiel der Wintersaison in der Regionalliga Nordost erwartet der Oldenburger TeV an diesem Samstag (13 Uhr, Johann-Justus-Weg) in dem Harvestehuder THC ein echtes Schwergewicht. Im Interview spricht Spielertrainer Michel Dornbusch, der mit dem OTeV schon vier Meisterschaften in der höchsten Hallen-Spielklasse (zuletzt 2019/20) gefeiert hat, über Favoriten, Fans und Faszination – und über Rivalität.
Herr Dornbusch, die Sommersaison endete ja leider mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga, wie hat Ihr Team die Enttäuschung verarbeitet?
Michel Dornbusch (32)Trotz eines mehr als unglücklichen Endes der Sommersaison mit dem bitteren Abstieg könnte die Motivation im Team nicht größer sein. Mit ein wenig Abstand überwiegt nämlich der Stolz auf unsere Leistungen und den einmaligen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sowie die Vorfreude auf die Mission Wiederaufstieg im Sommer. Aber erst einmal liegt der Fokus natürlich auf der Wintersaison.
Hat diese eine ähnliche Bedeutung wie die Sommersaison?
DornbuschIn vielen Verbänden und Vereinen spielen die Winter-Punktspiele ja eine sehr kleine beziehungsweise oftmals sogar gar keine Rolle im Vergleich zum Sommer – nicht so beim OTeV und bei uns als Spieler. Für mich persönlich ist die Wintersaison sogar fast eine Art Highlight des Tennisjahres.
Was fasziniert Sie?
DornbuschHauptgrund ist mit Sicherheit die Stimmung bei den Heimspielen. Im Vergleich zu den anderen Teams haben wir mit Abstand die meisten Zuschauer, die uns immer tatkräftig unterstützen. Durch die Akustik in der Halle herrscht dann eine ganz besondere Atmosphäre, bei der es einfach Spaß macht zu spielen. Wir wissen aber, dass die Unterstützung alles andere als selbstverständlich ist.
Die Zeit der großen Corona-Einschränkungen im Winter ist zum Glück vorbei. Vor einem Jahr gab’s einen Zweikampf um den Titel zwischen OTeV und Suchsdorfer SV. Was erwarten Sie jetzt?
DornbuschDie Liga-Zusammensetzung verspricht wieder spannende und hochklassige Spiele. Die Qualität der Teams ist in den letzten Jahren noch einmal deutlich gestiegen, so dass wir mehr denn je ausgeglichene Spiele erwarten. Besonders freuen wir uns dabei auf die Partien gegen den Club an der Alster und Suchsdorf, mit denen wir schon seit mehreren Jahren eine gesunde sportliche Rivalität pflegen.
Und wer ist der Favorit? Die Titelverteidiger aus Suchsdorf?
DornbuschAn denen geht kein Weg vorbei. Elf der 15 gemeldeten Spieler sind Ausländer – die können gar keine schlechte Mannschaft aufstellen. Wobei – in der Halle ist alles möglich. Meine Geheimfavoriten kommen allerdings aus Harvestehude. Die haben richtig gut aufgerüstet, auch mit deutschen Spielern. Das wird ein sehr schweres Spiel zum Saisonauftakt. Aber wir haben keinen Grund, uns zu verstecken, und wollen auch in diesem Jahr wieder oben mitspielen. Wir haben in der Vergangenheit schon oft gesehen, was Teamgeist und die Zuschauer als fünfter Mann alles bewirken können.
Stefan Seifert, der vor einem Jahr groß verabschiedet wurde und im Sommer für den DTV Hannover in der Nordliga gespielt hat, ist jetzt für den Winter wieder dabei. Gibt es sonst Veränderungen?
DornbuschPersonell gibt es bei uns – wie eigentlich fast immer – wenig Neues zu berichten. Und das ist auch gut so. Wie wohl kein anderes Team setzen wir auf Konstanz und werden mit dem gleichen Stamm wie die letzten Jahre auch an den Start gehen. Erfreulich ist, dass Stefan uns im Winter erneut unterstützen wird. Seine neue sportliche Heimat, der DTV Hannover, fokussiert sich eher auf die Sommersaison, so dass sich Stefan als Ersatzmann bei uns angeboten hat. Stefans Rückkehr ist erneut ein Zeichen dafür, wie gut die Stimmung innerhalb der Mannschaft war und ist. Mit ihm werden wir wieder eine schlagkräftige Mannschaft haben, um auch den stärksten Teams der Liga Paroli bieten zu können.
In der Oberliga empfängt der OTeV II nach dem 3:3 in Braunschweig an diesem Sonntag (11 Uhr, Johann-Justus-Weg) im ersten Heimspiel der Saison Mitaufsteiger DTV Hannover. Das Team um Mannschaftsführer Jaan Brunken, einst Nummer 469 der Welt, ist in Haste ebenfalls mit einem Remis gestartet und konnte dabei drei der vier Einzel deutlich gewinnen. „Da kommt ein ganz starkes Team, was uns alles abverlangen wird“, warnt OTeV-II-Mannschaftsführer Sebastian Strehle. Statt Lasse Muscheites, der am Samstag in der Regionalliga aufschlägt, stößt die wiedergenesene Nachwuchskraft Paul Hannack zum Team.
So prominent wie im Sommer ist der DTV aber nicht aufgestellt. Unter anderem spielt Stefan Seifert, der da beim Erreichen von Platz drei in der Nordliga eine 8:3-Bilanz (Einzel: 4:2, Doppel: 4:1) verbucht hatte, jetzt im Winter wieder beim OTeV.
