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24-Stunden-Reportage Schweißtreibende Sache zu später Stunde

Peter Kratzmann

WILDESHAUSEN - 20 Uhr, Nieselwetter, die Straßen sind leer. „Paradise“, der neueste Hit der Gruppe „Coldplay“, ist nicht zu überhören, als sich die Tür zum „Injoy-med“, dem Sport- und Wellnessclub an der Huntestraße in Wildeshausen, öffnet. Schon ist Maren Reinke, die gerade ein Studium zur Fitness-Ökonomin absolviert, zum Empfang zur Stelle. Sie führt sogleich zu der Musikquelle in einem Nebenraum in dem großzügigen Ambiente des Clubs, den Geschäftsführer Rudi Pelz schon seit langem in Wildeshausen etabliert hat.

„Ja, kommt, weiter! Noch einmal kräftig in die Pedalen getreten“, animiert Gruppen-Trainerin Silke Wilfert gerade die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Herz-Kreislauf-Kurses zu der fetzigen Musik. Dabei sitzt sie selber im Sattel. Kaum, dass das erste Lied vergeklungen ist, folgt auch schon der nächste treibende Rhythmus. Für Pause ist jetzt keine Zeit. Alle reißen sich zusammen. Mobilisieren die letzten Kraftreserven, denn die Stunde ist bald geschafft.

Anleitung von Fachleuten

Schweiß steht auf der Stirn der Kursteilnehmer, die sich auf den stationären Fahrrädern abstrampeln, um dem fiktiven Ziel dabei ein Stück näher zu radeln.

Zu einer Zeit, wo sich andere gemütlich vor dem TV niederlassen, um die „Tagesschau“ oder andere Sendungen zu verfolgen, mühen sich an sieben Tagen in der Woche Menschen, die etwas für ihren Körper und damit auch Geist und Seele tun möchten, nach Kräften ab: Sie treiben unter Anleitung von Fachleuten Sport – auf vielfältige Art und Weise. Zu den Kunden gehört Marc Mennenga, der zurzeit noch in Dötlingen wohnt, aber bald in die Kreisstadt ziehen will.

Auf die Frage, warum er seinen Körper zu relativ später Stunde noch einmal so fordere, hat er sofort die Antwort parat: „Für das eigene Wohl. Ich bin nicht nur fitter, sondern kann auch viel besser schlafen“, zeigt sich der Elek­triker überzeugt.

Vor drei Monaten begann Marc Mennenga das Kraft- und Ausdauer-Training. Sichtbar stellte sich der Erfolg schon nach recht kurzer Zeit ein, meint er. Engagiert stemmt sich der durchtrainierte Marc auch zwischen den Gesprächspausen wieder in die Kraftmaschinen. Alle zwei Tage, manchmal auch am Wochenende, arbeitet er an den Geräten. „Ich fühle mich so viel besser. Seit dem Training habe ich auch keinerlei Rückenschmerzen mehr.“

„Keine Schmerzen mehr“

Zwischenzeitlich verabschiedet der Auszubildende Alexander Kokott am Tresen einen weiteren Gast. Der hat sein abendliches Programm schon geschafft und geht zufrieden nach Hause. „So gegen 21.30 Uhr leert es sich hier langsam. Um 20 Uhr boxt hier dagegen vor allem an Montagen und Donnerstagen der Papst“, scherzt Maren Reinke.

Zu dritt wird der Abend im Foyer gemeistert. Neben Alexander und Maren verabschiedet sich gerade Sarah Rohlfs, die als Aushilfe hier arbeitet. Daneben ist Fitness- und Gesundheitscoach Nicholas Chilala vor Ort und weist geraden einen interessierten neuen Gast ein. Insgesamt stehen 21 Mitarbeiter mit Chef Rudi Pelz für das Wohl der Gäste bereit.

Damen des VfL kommen

„Heute Abend war auch die komplette Damenmannschaft des VfL Wittekind hier. Das Team absolviert hier einen Kursus zur Vorbereitung in gemeinsamer Runde“, erklärt Maren Reinke. Da geht es schon einmal hoch her.

Überhaupt ist gute Stimmung, Musik, ein erfrischender Drink oder der Small-Talk in der Sitzecke gleich im Eingangsbereich eine willkommene Abwechslung. Und wer es etwas heißer mag, der unternimmt einen Saunagang im Club. Jede Stunde gibt es einen Aromaaufguss. Das hilft beim Schwitzen.

Die Stunde im „Injoy-med“ ist schnell vorbei. Nun sind andere Gesichter an den Geräten zu sehen. Auch in der letzten Öffnungsstunde wollen noch einige ins Schwitzen kommen und etwas für Leib und Seele tun.

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