Wildeshausen - So hatte sich Ahlhorns Trainer Jörg Peuker seine Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte sicher nicht vorgestellt. Beim VfL Wildeshausen zeigten seine Ahlhorner nach guter Anfangsphase Nerven und wurden mit 0:8 (0:4) aus dem Wildeshauser Krandelstadion geschossen. Für den VfL war dies der höchste Sieg in der Fußball-Bezirksliga in dieser Saison.
„Ich hatte so etwas schon befürchtet, so schlecht, wie ich gestern Nacht geschlafen habe“, sagte Peuker resigniert. Sein letztes Aufgebot – der ASV war mit 13 Spielern angereist, darunter Akteure der zweiten Mannschaft und der A-Junioren – habe die einfachsten Dinge nicht geschafft. „Wir haben uns nicht vernünftig verkauft, uns auf dem Platz teilweise selbst zerfleischt. Das Ergebnis spricht für sich – und das ärgert mich besonders“, zog Peuker sein Fazit.
Zufriedene Gesichter gab es hingegen auf der anderen Seite. Auch wenn die Überfalltaktik von VfL-Trainer Marcel Bragula nicht aufgegangen sei, habe man etwas für das Torverhältnis getan. „Leider haben wir die Anfangsphase verschlafen und nicht die nötige Aggressivität gezeigt. Das Tor von Jan war dann schließlich der Dosenöffner“, erklärte Bragula und fügte hinzu: „Wer weiß, wozu diese Tore in der Endabrechnung noch gut sein können.“
Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem Wildeshauser Torfestival aus. Rund 20 Minuten standen die Ahlhorner in der Defensive sicher und machten den Gastgebern das Leben schwer. Dann brachte eine kurz ausgeführte Ecke die Wende. Jan Lehmkuhl spielte den Ball auf Janek Jacobs, der kurz prallen ließ. Lehmkuhl zog an zwei ASV-Verteidigern vorbei und setzte die Kugel zum 1:0 in die Torwinkel (22. Minute).
„Nach dem Treffer hat man sofort gesehen, dass bei meinen Spielern die Köpfe runter gegangen sind“, ärgerte sich Peuker über das Auftreten seiner Mannschaft. Noch vor dem Seitenwechsel machte der Favorit dann kurzen Prozess mit dem bereits als Absteiger feststehenden Gast.
Erst verwandelte Kai Schmale einen Foulelfmeter nachdem Ailko-Hauke Meyer Maximilian Seidel gefoult hatte (27.). Wildeshausen spielte sich nun in einen Rausch und die Ahlhorner schwindelig. Ein Freistoß von Lehmkuhl traf die Latte, nur wenig später stand Seidel nach einem Querpass von Spielmacher Sascha Görke goldrichtig und vollendete zum 3:0 (37.). Drei Minuten später reagierte Schmale bei einer zu kurzen Kopfballabwehr der ASV-Defensive am schnellsten und bediente den freistehenden Janek Jacobs, der zum 4:0 traf.
Auch der zweite Durchgang begann, wie der erste endete. Wildeshausen drückte den Tabellenletzten in den eigenen Strafraum. Spätestens als Kai Schmale per Lupfer nur das Lattenkreuz traf, war nicht nur ASV-Abwehrmann Andre Harmuht klar, dass schwere 45 Minuten auf seine Mannschaft zukommen. „Wacht langsam mal auf, sonst gibt’s für uns hier noch zehn Stück“, rief er seinen Mitspielern zu.
Ganz so dick kam es für die Ahlhorner dann doch nicht. Maximilian Seidel mit seinem Treffer Nummer zwei (53.), Jan Lehmkuhl mit einem Doppelschlag (56./75.) und sein eingewechselter Bruder Ole Lehmkuhl (77.) machten den 8:0-Kantersieg perfekt.
Der ASV sendete nur noch ein Lebenszeichen. Der eingewechselte Silvio Schröder traf nach einer Flanke nur den Pfosten des VfL-Gehäuses. Es sollte der einzige Torschuss des ASV während der gesamten Partie bleiben.
