WILDESHAUSEN - Dreimal wurde Martens angezählt. Für den WM-Kampf trainiert Hartmann sechsmal pro Woche.

von hauke richters

WILDESHAUSEN - „Das hat den Zuschauern hoffentlich Appetit auf meinen WM-Kampf am 2. Juli gemacht“, sagte Heidi Hartmann und atmete erschöpft durch. „Ich glaube, das war eine gute Werbung für das Frauenboxen.“

Vier Runden über jeweils zwei Minuten hatte die Oldenburger Weltmeisterin des Verbandes WIBF am Sonnabend in Wildeshausen gegen ihre Schülerin Melina Martens geboxt – und einstimmig gewonnen. Martens war kurzfristig für die Hamburgerin Tatjana Dieckmann eingesprungen, die wegen einer Verletzung am Freitag abgesagt hatte. „Es hat riesig Spaß gemacht, gegen meine Trainerin zu kämpfen“, sagte die Oldenburgerin. „Am Ende hatte ich allerdings kaum noch Luft.“

Vor 400 Zuschauern war Hartmann ihrer Schülerin deutlich überlegen, dreimal zählte Ringrichter Heinz Maddeken die 19-Jährige an. Die signalisierte aber jedesmal, dass für sie ein Abbruch nicht in Frage komme. „Ich wollte den Kampf unbedingt zu Ende bringen“, sagte Martens. „Es ist doch toll, einmal gegen eine Weltmeisterin zu boxen.“ „Genau so eine Einstellung muss man haben“, freute sich Hartmann über ihre Kontrahentin. „Ich hätte zwar noch zulegen können, trotzdem hat Melina super gekämpft.“

Bis zu ihrem WM-Kampf in der Oldenburger Sportarena am Sonnabend, 2. Juli, hat Hartmann noch viel vor sich. „Derzeit trainiere ich sechsmal in der Woche je drei Stunden. Mit dem Grundlagentraining habe ich bereits im Dezember begonnen, jetzt geht es um speziellere Dinge.“ Nach wochenlangem Rätseln über ihre Gegnerin scheint diese nun festzustehen. „Aller Voraussicht nach werde ich gegen Mariana Garcia aus der Dominikanischen Republik kämpfen“, sagte Hartmann. Außer dem WM-Kampf wird die 33-Jährige in diesem Jahr nur noch ein bis zwei weitere Duelle bestreiten. Hartmann: „Da ich jetzt wieder studiere, bleibt nicht mehr Zeit zur Vorbereitung.“