WILDESHAUSEN - Einen recht eigenwilligen Namen führt das erste neu erworbene Ruderboot des Wassersportvereins Wildeshausen (WSW): „Zermin“. „Eigentlich sollte es ,2er neu’ heißen“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Heinz Klein, „doch die Dame die das abschreiben sollte, hat daraus ,Zermin’ gelesen.“ Inzwischen fuhr der Zweier tausende von Kilometern, wurde mehrfach überholt und trägt inzwischen eine rote Farbe. „Das Boot wird immer noch gern gefahren“, sagt Klein. Die Erlebnisse mit „Zermin“ sind nur eine Episode der wechselvollen Vereinsgeschichte.

Mit einem Tag der offenen Tür am Bootshaus feiert der WSW am kommenden Sonnabend, 23. August, sein 35-jähriges Bestehen. „Es passt ideal, dass dieser Tag auf ein Wochenende fällt“, freut sich Klein. Denn am 23. August 1973 hatten sich, auf Initiative von Hans-Paul Haverkamp, 58 Freunde des Wassersports zur Vereinsgründung eingefunden (siehe Kasten). Am kommenden Sonnabend erwartet die Besucher ein attraktives Programm: Ab 14 Uhr treiben Boote auf der Hunte; es folgt eine digitale Fotoschau. Zur offiziellen Begrüßung um 15 Uhr wird Bürgermeister Dr. Kian Shahidi erwartet. Anschließend sollen zwei Boote, ein Kanu sowie ein Boot von fünf Metern Länge für große Sportler, getauft werden. Ab 15.30 Uhr sind Vorführungen auf dem Wasser und Filmvorführungen geplant.

Bereits seit Tagen bereitet sich der Verein auf das Fest vor: Platten werden neu verlegt; die Außenanlage ist in einem Top-Zustand. Das Bootshaus selbst war bereits vor drei Jahren renoviert und mit einer Wärmedämmung und Naturschiefern verkleidet worden. „Ohne den großen Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitglieder würde das nicht funktionieren“, betont Klein, der seit 2005 den WSW führt. Mit einem Kraftakt trugen die Mitglieder auch zur Finanzierung des Bootshauses bei, das 1982 bezogen werden konnte. Heute ist der Verein schuldenfrei, so Klein.

Der WSW gehöre zu den wenigen Vereinen in Deutschland, die Rudern und Paddeln unter einem Dach betreiben. Und das mit großem Erfolg: In den 70-er und 80-er Jahren standen Schüler und Junioren bei Landes- und Norddeutschen Meisterschaften auf dem Treppchen; Siege gab es bei Kanu-Regatten. Wildwasser-Kanu ist im WSW ebenso möglich wie Einüben der Kenterrolle im Hallenbad. Die Ruderer lernten bei zahllosen Wanderfahrten nicht nur Rhein und Weser kennen, sondern auch die vorpommersche Ostseeküste. Grundsätzlich versteht sich der WSW als „Ganzjahresverein“. „Wir sind auch im Winter draußen“, sagt Klein, der auf „Riemen- und Dollenbruch“ für die nächsten 35 Jahre hofft.