WILDESHAUSEN - Mit einem dicken Hals verließ Manfred Klatte die Fußballanlage am Delmenhorster Bürgerkampweg. Die Stätte der bislang schlimmsten Schlappe seiner Schützlinge wird dem Fußball-Trainer noch lange in dunkler Erinnerung bleiben. Das Wort „Arbeitsverweigerung“ nahm der Coach des Bezirksligisten nach dem 3:6 (0:3) beim TuS Heidkrug (die NWZ berichtete) zwar nicht in den Mund. Aber der Gruselkick – vor allem die unterirdische erste Hälfte – brachte Klatte auf die Palme.

„So schlecht habe ich meine Mannschaft noch nie gesehen“, schüttelte Klatte nach der bösen Abfuhr gegen den gewiss nicht übermächtigen Gastgeber den Kopf. Vor der Pause gönnte sich seine Elf einen mit drei Gegentoren eiskalt bestraften, katastrophalen 15-Minuten-Blackout. Nach Wiederbeginn wehrte sich das Team und nahm den offenen Schlagabtausch an, aber rannte – fast vorhersehbar – ins Verderben.

Mittendrin im Getümmel stand VfL-Torhüter Denny Gerken, der nicht nur an diversen Gegentreffern beteiligt war. Aufgrund seiner – wenn auch fragwürdigen – Roten Karte wegen Handspiels vor dem Strafraum brachte Gerken seinen Trainer arg in die Klemme. Da Stammkeeper Nicolai Koch noch für einige Wochen für die Bundeswehr in Afghanistan weilt und Gerken für das Kreisderby am Sonntag gegen den VfL Stenum wegen des Platzverweises ebenfalls nicht zur Verfügung steht, kommt Klatte ins Grübeln: „Vielleicht kann ich einen Torhüter aus der zweiten Mannschaft loseisen.“

Knackpunkt der nicht bezirksligareifen Leistung in Heidkrug war eindeutig die schwache Defensive, in der nicht nur Gerken den Schwarzen Peter hatte. Klatte zog beim Stand von 0:2 die Reißleine und nahm den enttäuschenden Timo Meyer und den wirkungslosen Angreifer Jonas Gralla aus dem Spiel. Rasche Besserung kehrte aber nicht ein: Nur 120 Sekunden später nickte der starke Ralf Faulhaber zum 3:0 ein.

Heidkrug hätte vor den Augen von Werders Bundesliga-Profi Kevin Schindler gut und gerne zweistellig gewinnen können. Trainer Detlev Garmhausen monierte später auch die „mangelhafte Verwertung unserer Torchancen“. Beklagen wollte er sich aber nicht: „Der Sieg geht in Ordnung“, sagte er lapidar. Dem hatte der restlos bediente Klatte nichts hinzuzufügen.