WILDESHAUSEN - 25 Jahre sei es her, sagt Klaus Ebel, dass er als Trainer einer Fußball-Mannschaft an der Seitenlinie des Feldes im Krandelstadion in Wildeshausen stand. Damals war er allerdings noch für die Mannschaft des Gastgebers, also für den VfL, verantwortlich. An diesem Sonntag ist es endlich wieder soweit: Ebel tritt mit seinem Team im Krandelstadion an, diesmal aber als Gästetrainer. Ab 15 Uhr trifft er mit dem Bezirksligisten Ahlhorner SV auf den VfL Wildeshausen.

„Ich freue mich auf diese Partie und das Stadion“, sagt Ebel. „Wir sind damals aufgestiegen“, erzählt er. „Dann hat man natürlich noch viele Freunde.“ Doch nicht nur wegen der vielen Erinnerungen, die er nach der Partie beispielsweise mit seinem damaligen Spieler, dem heutigen VfL-Co-Trainer Peter Görke austauschen könnte, blickt Ebel dem Nachbarschaftsduell mit bester Laune entgegen. „Ich gehe die Partie ganz entspannt an“, sagt er. „Ich hoffe, dass ich das auch auf die Spieler übertragen kann, so dass sie gelöst und frei aufspielen. Wir haben schließlich hart dafür gearbeitet, dass wir in dieser guten Situation sind.“ Zehn Punkte holte der ASV aus seinen vier Spielen im Jahr 2011, schob sich damit in der Tabelle auf Platz fünf. „Den einstelligen Tabellenplatz wollen wir verteidigen, da würde uns ein Punkt gut zu Gesicht stehen.“

Ebel geht davon aus, dass zahlreiche Zuschauer das Spiel verfolgen werden, darunter auch viele aus Ahlhorn. „Die wollen wir nicht enttäuschen. Und wir wollen Werbung für unsere Heimspiele machen.“ Er muss weiter auf Christopher Kern verzichten und bangt um den Einsatz der grippekranken Andre Hesselmann und David Corssen.

VfL-Trainer Jürgen Gaden muss weiterhin seinen Spielmacher Sascha Görke (Bänderriss) ersetzen, und auch Tobias Kern und Julian Büttelmann werden im Derby nicht mitspielen können. „Wir haben nur einen kleinen Kader, da ist so etwas natürlich schwer zu kompensieren“, sagt Gaden. Er wird auf Akteure aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft zurückgreifen, um sein Aufgebot zu komplettieren.

Gaden fühlt sich mit seinen Spielern auf dem vierten Tabellenplatz sehr wohl. „Unser Ziel ist es, uns im Bereich der Spitze festzusetzen“, sagt er. Dabei würde ein Erfolg über den Landkreis- und Tabellennachbarn natürlich sehr helfen. Der VfL-Trainer weist aber daraufhin, dass dieser nicht im Vorübergehen mitgenommen werden kann. „Wir haben uns im Hinspiel gerade zu Beginn sehr schwer getan und hätten auch in Rückstand geraten können“, erklärt er mit Blick auf den 2:0-Erfolg. Damals sei der ASV ohne seinen Torjäger Marius Bauer angetreten, der am Sonntag auflaufen wird. „Wir müssen also noch konzentrierter sein“, fordert Gaden. Er ist aber optimistisch, dass seine Mannschaft dies umsetzen kann. Zuletzt, seit dem 1:2 beim TuS Heidkrug, sei deren Formkurve stark gestiegen. „Wir brauchen uns vor dem ASV nicht zu verstecken“, so der VfL-Trainer. „Letztendlich stehen die Chancen in so einem Derby aber immer 50:50. Die Tagesform und die Kaltschnäuzigkeit bei der Verwertung der Chancen werden es entscheiden.“