WILDESHAUSEN - Die 90. Minute. Im Bezirksliga-Duell zwischen dem VfL Wildeshausen und den Gästen aus Esenshamm steht es 2:2. Nach schöner Vorarbeit landet der Ball plötzlich bei Rene Tramitzke. Vor ihm nur noch Gästekeeper Lahrmann, die Zuschauer haben den Torschrei bereits auf den Lippen. Tramitzke wartet lange, schaut und schießt – vorbei. Eine Szene, die symptomatisch war für das Spiel der Gastgeber gegen den TV Esenshamm. „Das ist schade, dass wir nicht die drei Punkte hier behalten haben“, urteilte Trainer Jürgen Gaden nach Spielende, „gerade in Anbetracht unserer vielen Chancen.“ Ein wahres Wort: Insbesondere die mangelnde Chancenverwertung stand einem Sieg der VfL-Fußballer am Sonntag im Wege.
Äußerst engagiert waren die Gastgeber in die Partie gegangen. Der Gegner wurde bereits in der eigenen Hälfte unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen, diese dann überfallartig für eigene Angriffe genutzt. In der 14. Minute verwertete Janek Jacobs einen dieser „Überfälle“ zur Führung. Bis zur Pause drückten die Hausherren weiter, und so konnten sie Gästetrainer Harald Dieckmann zur Pause glücklich schätzen, dass es nur bei einem knappen Rückstand blieb. Doch gemäß der alten Fußballbinse „Wer sie vorne nicht rein macht, wird hinten bestraft“, kamen die Gäste kurz nach der Pause über Christopher Döscher zum Ausgleich.
„Danach gab es einen Bruch bei uns im Spiel“, erklärte Jürgen Gaden. Während in der Offensive nicht mehr viel zusammenlief, ließ sich die Abwehr abermals übertölpeln und TV-Torgarant Bünyamin Kapakli drehte mit seinem Treffer die Partie.
VfL-Trainer Gaden versuchte mit neuen Kräften seiner Mannschaft noch einmal neuen Antrieb zu geben. Eine Entscheidung, die den Erfolg brachte. Nachdem in Folge eines Standards die Gäste es nicht schafften, die Spielsituation zu bereinigen, fasste sich Liridon Stublla ein Herz und sorgte per Distanzschuss für den innigst herbeigesehnten Ausgleichstreffer. Ein weiterer Treffer blieb den Hausherren dann aber versagt, so dass der VfL letztlich keine Plätze in der Tabelle gutmachen konnte. Dennoch: Es war eine Leistung die Mut macht, „vor allem in der ersten Halbzeit“, wie Jürgen Gaden schließlich befand. Denn auch wenn es für den VfL in dieser Saison um nichts mehr geht: Motivationsprobleme gibt es offensichtlich keine.
