WILDESHAUSEN - Burghard-Klaus Thomalla aus Wildeshausen ist U-Boot-Fan. „Ich bin früher selbst zur See gefahren, war von 1990 bis 1994 bei der Marine und habe als Elektriker auf der U-28, einem deutschen U-Boot, gearbeitet“, erklärt Thomalla sein ungewöhnliches Hobby.

Der 39-Jährige sollte eigentlich Fallschirmjäger werden, denn das waren zuvor auch sein Vater und die drei älteren Brüder. „Das war aber nichts für mich. Ich erkundigte mich dann nach Alternativen, die mir auch eine berufliche Perspektive boten“, sagt Thomalla. Also verpflichtete er sich für vier Jahre bei der Marine, mit anschließender Berufsförderung.

Die Zeit auf dem U-Boot war für Thomalla prägend, besonders, was das Thema Kameradschaft angeht. Auf dem engen Boot fuhren 18 bis 22 Männer für Wochen zusammen zur See. „Da hat man viele Seiten an sich selbst und an anderen kennen gelernt“, weiß Thomalla. Um die an Bord gewonnenen Freunde nach der Zeit bei der Marine nicht aus den Augen zu verlieren, trafen sich die Besatzungsmitglieder verschiedener Generationen auch später noch, unter anderem zu so genannten „Spazierfahrten“ auf der U-28.

Auch der Wildeshauser besuchte viele dieser Treffen und wunderte sich, als die U-28 im Jahre 2004 plötzlich außer Betrieb gestellt wurde, ohne dass die ehemaligen Besatzungsmitglieder davon unterrichtet worden waren.

Um den Kontakt zu den ehemaligen Kameraden weiterhin aufrecht zu erhalten, gründete Burghard-Klaus Thomalla im November 2004 den Verein „U-Boot-Kameradschaft U-28“ mit Sitz in Wildeshausen. Der Verein hat inzwischen 49 Mitglieder in allen Ecken Deutschlands. Dabei ist sogar eine Frau. Thomalla ist der Erste Vorsitzende, und das bedeutet: Er hat viel zu tun. Der Familienvater, der heute als Monteur arbeitet, plant verschiedene Treffen und Aktionen. So fährt der Verein unter anderem jedes Jahr nach Möltenort bei Kiel, um einen Arbeitseinsatz am dortigen U-Boot-Ehrenmal durchzuführen und Kränze für verstorbene Kameraden niederzulegen.

Thomallas derzeitiges Projekt ist das „23. Nationale U-Bootfahrer-Treffen“, das vom 30. Juli bis 2. August 2009 in Wuppertal stattfinden wird. An die 300 aktive und ehemalige U-Boot-Fahrer sowie Freunde des U-Bootes werden erwartet. „Wir haben einiges geplant. Es wird zum Beispiel einen Festabend in der historischen Stadthalle geben und eine Fahrt mit der Schwebebahn“, erzählt Burghard-Klaus Thomalla, der die Veranstaltung im kommenden Jahr mit Hilfe der Wuppertaler U-Bootkameradschaft auf die Beine stellt und im Moment auf der Suche nach Sponsoren ist.

Die U-Boot-Kameradschaft unter www.uk-u28.de