WILDESHAUSEN - Schon die Vorbereitung war aus Sicht der Organisatoren ein Stück gelebte Integration: „Viele Kinder haben sich Patenkinder aus dem Kreis ihrer Mitschüler aus dem Irak ausgesucht“, berichtet Dr. Kathrin Huntemann. Einige Mütter der jungen Zuwanderer stehen als Dolmetscher zur Verfügung oder wollen sogar Brot backen. „Es gibt ein großes Miteinander“, sagt Huntemann.
Unter dem Motto „Schüler laufen für Schüler“ steht am Freitag, 11. Juni, ein ungewöhnlicher Sponsorenlauf im Krandelstadion Wildeshausen, an dem acht Schulen aus der Kreisstadt, Vereine und Firmen beteiligt sind, an. Der Erlös soll Schulen für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zur Verfügung gestellt werden, erläutern Charlotte von Olearius und Ingeborg Jacoby vom Arbeitskreis „Demokratie und Toleranz“ im Präventionsrat. Auslöser der Aktion war der Zuzug von zahlreichen Familien aus dem Nordirak (dieNWZ
berichtete). An der Wallschule, der Holbeinschule und der Hauptschule werden mehr als 30 Schüler aus dem Irak in Sprachenklassen betreut.Vorbereitet wurde der Aktionstag im Krandel von einer Arbeitsgruppe, zu der unter anderem Imke Schmidt und Roni Moklaschi vom Jugendzentrum, Sabrina Gleißner (Holbeinschule) und Huntemann gehören. Insgesamt 57 Helfer sind am Freitag im Einsatz, wenn um 9 Uhr Bürgermeister Dr. Kian Shahidi die Veranstaltung offiziell eröffnet. Die Seniorengruppe des VfL Wittekind will frisches Obst und Getränke ausgeben.
Etwa 300 Schülerinnen und Schüler gehen an den Start, so Gleißner. Insgesamt seien sieben Läufe geplant. Parallel laufen die Triathleten der Realschule, die eine längere Strecke absolvieren wollen. Die Erwachsenen sollen um 12 Uhr starten. Neben dem Lauf auf der Aschenbahn bietet Ute Dietz vom VfL auf dem Rasen ein buntes Spielprogramm an. Luftkissen, Federballspiele und verschiedene Sportgeräte liegen bereit.
Auf gute äußere Rahmenbedingungen hofft Huntemann. Die Schüler, die sich an dem Lauf beteiligen, erhalten pro Runde einen Obolus. Grundsätzlich hoffen die Veranstalter aber auf möglichst viele Spenden von Firmen und Privatpersonen – getreu dem Motto: „Mach mit, Dein Lauf hilft.“ Das Geld soll zweckgebunden für Projekte und Veranstaltungen, an den Migranten beteiligt sind, verwendet werden. Hier hätten die Schulen einen eigenen Gestaltungsspielraum.
