Wildeshausen - Seit nunmehr sechs Jahren bestehen Kontakte zwischen Wildeshauser Judokas und dem Judo- und Samboverein „Slava 83“ aus Montana in Bulgarien. Nach dreijähriger Pause stattete Judo Team Wildeshausen unter der Leitung der Trainer Diyan Tanov und Bernd Zerhusen dem Partnerverein wieder einen Besuch ab. Die Einladung erfolgte durch die bulgarische Judoförderation. Der Anlass war das 35-jährigen Bestehens des Judovereins „Slava“. So fand ein internationales Turnier mit vielen Delegationen aus dem benachbarten Ausland sowie Russland in der Wettkampfarena von Montana mit über 240 gemeldeten Judoka (Jahrgänge 2000 bis 2011) statt.
Das Judo Team flog bereits vorzeitig mit fünf Kämpfern nach Bulgarien, um sich noch im Vorfeld des Turniers mit bulgarischen Jugendlichen bei gemeinsamen Trainingseinheiten an die unbekannte Umgebung zu gewöhnen. Die herzliche Aufnahme durch die Gastgeber ließen schnell alle Bedenken verfliegen. Im gemeinsamen Trainieren auf der Matte wurden schnell viele Gemeinsamkeiten festgestellt.
Im Vorfeld der Reise hatte das Judo Team noch anderen Vereinen aus der engeren Umgebung angeboten, eigene Kämpfer an diesem nicht alltäglichen Ereignis teilnehmen zu lassen. Mischa Engel vom PSV Oldenburg ging mit auf die Reise. Für Wildeshausen kämpften außerdem Mehdi Aldaher, Artur Rott, Diyan Tanov, Jonas Arff, Hadi Aldaher.
Nach der Eröffnung waren Jonas Arff (10) und Mehdi Aldaher (12) in der jüngsten Altersklasse gefordert. Beide waren sehr bemüht, sich in ihren Kämpfen durchzusetzen, brachten ihre Gegner auch ums eine oder andere Mal in Verlegenheit, hatten aber letztendlich gegen den sehr angriffslustigen Kampfstil ihrer Kontrahenten nichts entgegenzusetzen. Ähnlich erging es dem in der U-15-Klasse kämpfenden Hadi Aldaher.
In der Altersklasse U 19 (2000 bis 2003) sah es dann jedoch ganz anders aus: Artur Rott (-90 kg) und Gastkämpfer Mischa Engel (-81 kg) ließen nichts anbrennen und gewannen souverän ihre Kämpfe. Beide Athleten belegten jeweils den ersten Platz auf diesem internationalen Turnier. Mischa Engel machte es in seinem Finalkampf gegen den Bulgaren Mikov Georgi noch einmal spannend, als er mit einer Wazaari-Wertung (halber Punkt) ins Hintertreffen geriet. Er ließ sich dadurch allerdings überhaupt nicht nervös machen und schickte seinen Gegner schließlich mit einem energisch eingedrehten Hüftwurf auf die Matte.
Artur Rott ließ seinen Gegnern nicht mal den Hauch einer Chance und beendete seine Kämpfe bereits nach kurzer Zeit durch seine dynamische und athletische Ausführung seiner Techniken. Er beeindruckte durch seinen Kampfstil nicht nur seine Gegner, sondern auch den bulgarischen Nationaltrainer. Der lud Rott ein, an Trainingscamps und an den bulgarischen Meisterschaften 2019 teilzunehmen. Ebenso erhielt er eine Einladung von der russischen Delegation, an Turnieren in Russland teilzunehmen.
„Das ist natürlich auch eine hohe Auszeichnung für Diyan Tanov, der Artur seit fast sechs Jahren trainiert, und natürlich auch für unseren Verein, der stolz ist, einen Judoka wie Artur in seinen Reihen zu haben“, freute sich Zerhusen. Im Übrigen sei das ganze Wildeshauser Team nach Russland für Frühjahr 2019 eingeladen worden. „Falls wir teilnehmen, werden wir natürlich auch wieder andere Vereine ansprechen und zu einer Teilnahme mit Athleten/innen ermutigen.“
