WILDESHAUSEN - Der VfL Wildeshausen und die Stadt arbeiten bei der Instandhaltung des Krandelstadions eng zusammen. „Es läuft alles sehr gut“, sagte Wolfgang Sasse, Vorsitzender des größten Sportvereins der Stadt, am Montag. Basis ist ein neuer Pachtvertrag, der bereits seit dem 1. Januar 2008 besteht. Das hatte Sasse auch während des Jahresabschlusstreffens des Vorstands mit den Übungs- und Abteilungleitern sowie den Schiedsrichtern im Restaurant Wolters erklärt (die NWZ berichtete).
Noch bevor Sasse das Amt des Vorsitzenden übernommen habe, sei er gefragt worden, ob er die Situation des Krandelstadions überprüfen könne, erklärte er am Montag. Ausgangspunkt war, dass er, nachdem er die Beachhandball-Europameisterschaft in Cuxhaven organisiert hatte, auch an der Ausrichtung der Spiele der Faustball-Weltmeisterschaft in der Stadt beteiligt war. Sasse, der auch schon Vorsitzender des Jugend- und Sportausschusses war, sagte zu. Der alte Pachtvertrag sah vor, dass der Verein einen Betrag von der Stadt für die Instandhaltung erhält. „In enger Zusammenarbeit“ mit Otmar Jöckel, damals Leiter der Fußball-Abteilung, sei festgestellt worden, dass der VfL pro Jahr 9000 bis 10 000 Euro mehr ausgab als er erhielt. Im November 2007 waren so 48 000 Euro an Verbindlichkeiten aufgelaufen. Aus Sicht der Stadt habe sich das Stadion zudem in einem sehr schlechten Zustand befunden, so Sasse. Hinzu kam, dass der VfL ein Darlehen für den Umbau und die Erweiterung der
Anlage, die der Stadt gehört, aufgenommen hatte. Damals hätten die Forderungen 150 000 Euro betragen, derzeit sind es 100 000 Euro. Der dafür zu leistende Abtrag belastete den VfL ebenfalls.
Ein Grund für die Probleme war, dass der VfL die Energiekosten trug, die der Betrieb der Anlage verursachte. Es wurde viele kleine Maßnahmen ergriffen, um Energie zu sparen. Außerdem wurde das Gespräch mit der Stadt gesucht. „Die Sportförderung war unterschiedlich“, erklärte Sasse. „Andere Vereine nutzen Sportanlagen, ohne dass sie an Energiekosten beteiligt sind.“
Schließlich empfahlen Sasse und Jöckel dem damaligen Vorstand, den Pachtvertrag für das Krandelstadion zum 31. Dezember 2007 zu kündigen. „Der Bestand des VfL war im November 2007 gefährdet“, sagte Sasse.
Die Gespräche mit der Stadt seien aber erfolgreich gewesen, so der VfL-Vorsitzende. Es wurde ein „umfassendes Paket geschnürt“, das für den VfL beinhaltete, dass er seine Satzung ändern musste. Dies führte dazu, dass ein geschäftsführender Vorstand installiert wurde. Im April 2008 übernahm Sasse – „Erst wollte ich nicht“ – den Vorsitz. Jöckel wurde stellvertretender Vorsitzender Finanzen. Außer ihnen gehören Hubert Schlüter (Geschäftsführer) und Eckhard Stolz (stellvertretender Vorsitzender Recht und Organisation) dem Gremium an.
Die Stadt gewährte dem VfL einen einmaligen Zuschuss von 25 000 Euro für bisher geleistete Energiezahlungen. Seit dem 1. Januar 2008 erhalte der Verein dafür jährlich 15 000 Euro, so Sasse. Außerdem stellte die Stadt dem VfL einen neuen Rasenmäher zur Verfügung. Der Verein ordnete die Verwaltung des Stadions neu, Sasse übernahm die Leitung. Es wurde ein Team gebildet, das sich um die Pflege kümmert. „Wir mussten improvisieren“, sagte Sasse. Trotzdem sei es gelungen, zwei Plätze zu sanieren (Kosten: 10 000 Euro) und die „Bugwelle an Verbindlichkeiten“ zu reduzieren. Dazu habe auch beigetragen, dass der Gesamtvorstand beschloss, die Etats aller Abteilungen um 15 Prozent zu reduzieren. „Das haben wir auch eingehalten“, sagte Sasse, der optimistisch in die Zukunft schaut.
Alle drei Monate werde sich der Verein künftig mit der Stadt treffen, um weitere Maßnahmen zur Pflege zu besprechen. Die Stadt wird beraten und über den Bauhof auch dabei helfen, berichte Sasse. „Die dadurch entstehenden Kosten werden von dem Betrag abgezogen, den wir erhalten.“ Weitere Projekte, die in Angriff genommen werden sollen, sind die Sanierung der Laufbahn sowie zweier weiterer Plätze. Außerdem muss ein Zaun erneuert werden. „Ein weiteres Manko, das wir angehen wollen, sind die sanitären Anlagen an den Nebenplätzen.“
