WILDESHAUSEN - Für Martin Frede ist der „Lauf rund um Wildeshausen“ etwas besonderes. „Ich komme immer extra aus München hierher“, sagte der gebürtige Wildeshauser. Am Sonntag war er wieder dabei, als sich 24 Läufer an der Hunteschule trafen, um auf die 24 Kilometer lange Strecke zu starten. Dabei stand die Freude am Laufen im Vordergrund, denn Urkunden oder Preisgelder gab es nicht.

„Wir möchten damit ein Kontrastprogramm zu anderen Läufen bieten“, sagte der Organisator Torsten Iverssen vom Wildeshauser „Lauf-Team“. Durch die lockere Atmosphäre würden die Läufer oft schon auf der Strecke ins Gespräch kommen und zusammen die Natur genießen. Das schätzt auch Frede sehr an dem Lauf. „Das ist etwas ganz anderes als der Münchner Stadtlauf“, sagte er. Diese Großveranstaltung mit bis zu 18 000 Teilnehmern sei wesentlich anonymer. Frede gefällt an dem Wildeshauser Lauf auch, dass die Strecke nicht ausgeschildert wird. „Dann muss man manchmal schon ein bisschen suchen“, schmunzelte der Hobbyläufer.

Am Sonntag waren außer Frede auch neue Gesichter dabei. Frans Scheunemann und Toli Schanssema waren mit ihren Frauen eigens aus dem niederländischen Hoogezand bei Groningen angereist. „Wir haben im Internet davon gelesen“, sagte Scheunemann. Der 58-Jährige trainiert drei- bis viermal die Woche und nimmt jährlich an bis zu 140 Läufen teil. „Ich laufe schon seit 20 Jahren und nehme oft an Veranstaltungen in Deutschland teil“, erklärte er. An den deutschen Veranstaltungen gefalle ihm vor allem, dass sie „gemütlicher“ seien als die in den Niederlanden. „Bei uns fahren die Leute direkt nach der Siegerehrung weg. Hier unterhält man sich noch.“ Toli Schanssema sieht das genauso. „Die Leute in Deutschland sind alle gemütlich“, meinte er. Auch die Strecke habe ihm in Wildeshausen sehr gut gefallen. Die beiden Freunde haben sich vor vielen Jahren bei einem Lauf kennengelernt und reisen seitdem regelmäßig gemeinsam mit ihren Frauen zu den Laufveranstaltungen. Die Männer gehen dabei auf die

Strecke, während ihre Frauen die Zeit miteinander verbringen. In Wildeshausen liefen sie dann einmal nicht getrennt voneinander im Kampf gegen die Uhr, sondern zusammen und kamen entspannt nach 2:24 Stunden ins Ziel.

Nach dem Lauf und einer Dusche standen alle Teilnehmer noch zusammen, um sich einen kleinen Imbiss schmecken zu lassen. Iverssen zeigte sich dabei sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Er war vor allem froh, dass es keinen starken Regen gab, der den Lauf noch hätte verhindern können. Die Teilnehmerzahl sei durch die Ferien aber etwas geringer gewesen. „Der Lauf findet immer am zweiten Oktoberwochenende statt. Das kollidierte leider mit den Herbstferien“, sagte Iverssen. Der Lauf sei aber auch nicht als Großveranstaltung gedacht – anders als der „Nikolaus–Lauf“ am 6. Dezember. „Der soll schon etwas größer werden“, so Iverssen. Er rechne mit 300 bis 400 Startern.