WILDESHAUSEN/NORTORF - „Alles lief ab wie in einem Film. Ich weiß davon gar nicht mehr viel“, sagt Jan Frederic Wobbe am Montag über den Moment, in dem die Entscheidung fiel: Er war Weltmeister. Der 13-jährige Wildeshauser setzte sich am Wochenende bei den Weltjugendspielen im Fahrrad-Trial gegen große internationale Konkurrenz durch (die NWZ berichtete).

Beim Fahrrad-Trial geht es darum, einen Hindernisparcours oder Geländeabschnitt so gut wie möglich zu durchfahren, ohne sich abzustützen oder zu stürzen. Betonringe, Findlinge, Bahnschwellen oder Autos müssen dabei überwunden werden.

Jan Frederic war als Deutscher Meister seiner Altersklasse (13 und 14 Jahre) zur WM angereist. Den über fünfstündigen, spannenden Wettkampf im schleswig-holsteinischen Nortorf konnte er in letzter Minute für sich entscheiden. Der Titel des Weltradsportverbandes UCI ist der Karrierehöhepunkt des Schülers, der für das Team „Bikes & Motion“ fährt.

Nahezu die ganze Familie Wobbe war bei dem großen Ereignis dabei und musste schon im Vorfeld der Meisterschaft bangen: Jan Frederic war tags zuvor krank geworden, litt unter Stirnhöhlen-Entzündung. „Vor einem solchen Wettkampf waren Antibiotika natürlich nicht drin“, sagt der Junge. Stattdessen gab es homöopatische Medizin. Und die half. „Morgens bin ich aufgestanden und dachte erst: Das wird gar nichts“, erinnert sich der Wildeshauser an den Wettkampf am Sonnabend. Doch dann habe er trainiert und sich gewundert, wie gut doch alles lief. Beim Wettkampf ging Jan Frederic von Anfang an in Führung. Doch zum Ende hin machte er es noch einmal richtig spannend.

So spannend, dass Vater Wolfgang das Spektakel nur aus der Entfernung verfolgen durfte. „Bei Wettkämpfen will ich so wenig Leute wie möglich um mich haben“, sagt der erfolgreiche Trial-Fahrer. Am Sonnabend sei er trotz allem nicht allzu nervös gewesen. Nicht einmal das NDR-Kamerateam, das ihn begleitete, konnte ihn aus der Ruhe bringen. Der Beitrag lief am Montagabend in der Sendung „Das!“.

Die Entscheidung über den Titel fiel schließlich erst in der letzten Sektion des Wettkampfes, im Wasserbassin. Voraussetzung für den Titel war, dass Jan Frederic unter zwei Fehlerpunkten blieb. Souverän meisterte er den Abschnitt dann gänzlich ohne Fehler. Seinen stärksten Konkurrenten, Raphael Pils vom MSC Schatthausen (nahe Heidelberg), verwies er damit auf den zweiten Platz.

„Ich konnte es gar nicht glauben. Alles war still und dann haben auf einmal alle losgeschrien“, erinnert er sich. Da rückte der Titel des Norddeutschen Meisters, den er am Sonntag ebenfalls in Nortorf errang, schon fast in den Hintergrund.

Für die Zukunft wünscht sich Jan Fredric, einmal den Erwachsenen-Weltmeistertitel zu holen. „Und, dass Trial fahren olympisch wird“.