Wildeshausen - Es geht wuselig auf der Schotterfläche beim Parkplatz im Wildeshauser Krandel zu. Zwölf mit rotem Band abgezeichnete Felder, jede Menge silberne Metallkugeln, mittendrin ein rotes Bällchen („Schweinchen“) und viele Spielerinnen und Spieler: Das ist das Bild, das sich dem Zuschauer am Sonntag rund neun Stunden lang geboten hat. Der Wildeshauser Pétanque-Club „Wilde Boule“ fungierte nämlich als Ausrichter der siebten „Tour-Etappe“ im Krandel. Er genießt einen guten Ruf als Gastgeber, was sich an der Beteiligung zeigte: Sie fiel groß aus. 77 Frauen und Männer wetteiferten auf insgesamt 19 Bahnen und spielten in sechs Runden im Modus „Supermêlé“ den Etappensieg aus.
„Die Lage des Platzes und die Organisation“, nennt Gabriele Teichmann, Vorsitzende des Wildeshauser Clubs, als Gründe, warum der Wettbewerb so begehrt ist. Da reichte die Hausfläche der Wilden Bouler nicht einmal aus, um alle Partien unterbringen zu können. Daher wurde eine Schotterfläche beim Wellness- und Fitnesscenter Auszeit zusätzlich präpariert, um sieben weitere Plätze anbieten zu können. Der kurze Fußweg zwischen den Wettkampfplätzen war dabei für die Teilnehmer kein Problem.
Der Wechsel ist ohnehin Standard bei diesem Wettkampf. „Supermêlé“ bedeutet Zweierteams, die nach jeder Runde wieder neu ausgelost werden. „So sind die Chancen breit gestreut“, erläuterte Teichmann. Es spiele dabei solange Sieger gegen Sieger, bis der endgültige Sieger feststehe. Das war erst gegen 19.30 Uhr. Nach der fünften der sechs Runden gab es drei Spieler ohne Niederlage, die dann im Finale die Plätze ausspielten. Im letzten Match blieben zwei Aktive unbesiegt, so dass die Gesamtpunkte über die Podiumsplätze entschieden. Etappensieger wurde Wolfgang Kaiser (TC Oldenburg). Zweitbester mit sechs Siegen war ein Lokalmatador: Andre Reinhardt vom Club Wilde Boule. Den Bronzepokal erhielt als Punktbester mit fünf Siegen Wilfried Falke, Präsident des Niedersächsischen Pétanqueverbandes (PC Jever). Als unterlegener Finalist gab es für Jens Habermann aus Osterholz-Scharmbeck die Trostmedaille. Die organisatorischen Fäden einschließlich der Auswertung wurden im Zeughaus gezogen, das die Gilde den Boulern zur Verfügung gestellt hatte.
Neben einem knappen Dutzend Startern aus den eigenen Reihen begrüßten die Wildeshauser auch Aktive aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum, von Jever bis Visbek, über Oldenburg und Bremen bis nach Nordenham. Dabei war die Altersspanne beachtlich: Sie reichte von 16 bis 88 Jahre. Sowohl Freizeitspieler als auch Bundesligaspieler bis hin zu Deutschen Meistern traten im Krandel an, um auf das „Schweinchen“ zu zielen.
„Das ist das Schöne an der Sportart“, meinte Teichmann, „sie ist für alle geeignet“. Die „Stammzeit“ des Wildeshauser Clubs auf der städtischen Bouleanlage ist am Freitag, 15 Uhr. Hier sind auch gerne Neueinsteiger oder Gäste willkommen. Während der Sommerzeit wird zusätzlich jeden Dienstag um 19 Uhr die Miniturnierserie „Krandelage“ gespielt.
