WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/ROH - 2350 Kilometer legten der 60-jährige Karl-Heinz Senger und der 68-jährige Dieter Baller in drei Wochen mit dem Fahrrad zurück. Ein bequemer Sattel, ein wenig Kondition und stramme Waden waren bei der „Mammut-Tour“ der beiden Wildeshauser von Vorteil.

Entlang der Donau ging es von Wien bis zum Schwarzen Meer und zurück. Durch die Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien führte ihr Weg, immer eng dem Lauf der Donau folgend. Im ungarischen Budapest stiegen sie vom Rad und besichtigten die „Königin der Donau“ mit ihrem beeindruckenden Parlamentsgebäude, das direkt am Fluss liegt.

Nicht nur die Landschaft und die Tiere – es gab beispielsweise im Naturreservat „Oberes Donaugebiet“ Hirsche, weiße Reiher und Schwarzstörche zu sehen – sondern auch die Menschen machten großen Eindruck auf Senger und Baller. Oft wurde der Kontakt gesucht. Viele Fragen wurden über das weit entfernt liegende Deutschland gestellt. Dabei kamen die während der Gastarbeit erworbenen Deutschkenntnisse zum Einsatz.

Bei einer durch einen Regenschauer erzwungenen Pause wurden sie von den Bewohnern eines Wochenendhauses eingeladen und mit frisch gebratenem Zander bewirtet. Auch in Bulgarien erlebten sie Gastfreundschaft pur: Als kein Quartier zu finden war, bauten Senger und Baller ihr Zelt am Rand eines Dorfes auf. Als der Besitzer des nächst gelegenen Hauses das sah, bat er die beiden Radler, seine Gäste zu sein. Die Hausbewohner räumten ihr Schlafzimmer für ihre Gäste aus Deutschland und teilten das Abendessen mit ihnen.

In Serbien waren die Spuren des Krieges noch sichtbar: In der Hauptstadt Belgrad war eine Hälfte des Hotels, in dem Senger und Baller abgestiegen waren, zerbombt. In Novi Sad führte eine der Hauptverkehrsadern über eine provisorische Pontonbrücke.

Als das schönste Stück Donau empfanden die beiden Radler die 130 Kilometer zwischen dem serbischen Ram und Kladovo, wegen des Durchbruchs der Donau durch die Südkarpaten auch „Eisernes Tor“ genannt. Hier verengt sich der Fluss auf etwa 150 Meter Breite. Die Ufer säumen Kirchen, Klöster und Burgruinen aus den Zeiten, in denen Römer und Türken hier herrschten.

Nach vier Tagen Aufenthalt im Donaudelta ging es zum Schwarzen Meer. In der rumänischen Seehafenstadt Constanta endete die Reise nach ein paar Strandtagen mit dem Rückflug nach Frankfurt.