WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Der Dreisitzer „Flotter Dreier“ gleitet als letztes von acht Booten in die Hunte. Mit an Bord ist Heinz Klein. Der Vorsitzende des Wassersportvereins Wildeshausen gibt das Kommando „Fertig machen zum Abstoßen!“. Dann geht es flussaufwärts in Richtung Pestruper Wehr.

Das Abrudern des 160 Mitglieder starken Vereins an Silvester blickt auf eine lange Tradition zurück, ebenso das Anrudern am Neujahrstag. „Heute ist die Strömung gut“, sagt Klein und blickt auf das trübe Huntewasser, dessen Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt liegt. Eine matschige Schneeschicht säumt die Ufer.

Wie alle anderen der gut 20 Ruderer ist auch der Vorsitzende warm angezogen. „Thermounterkleidung und eine Vlies-Weste müssen schon sein“, sagt Klein, der indes auf ein Paar Handschuhe verzichtet: „Erst wenn Frost ist“, ziehe er die an, verrät der Vorsitzende, der das Amt seit vergangenem März bekleidet. Als Kopfbedeckung hat er das schicke Käppi mit dem Vereinslogo gewählt.

Kalt wird es den Wassersportlern trotz des winterlichen Wetters zum Jahreswechsel nicht: „Man ist nach zwei Kilometern nass geschwitzt“, meint Klein. Gut, dass nach Rückkehr der Ruderer im Jugendraum im Bootshaus Kaffee und Kuchen bereitstehen – organisiert von den Ruderfrauen unter der Regie von Ingrid Klein.

Zum geselligen Jahresausklang schauen sich die Wassersportler Digitalfotos von den Ereignissen des abgelaufenen Jahres an. Die Bilder erinnern unter anderem noch einmal an die längste Fahrt in 2005 auf der Donau. 427 Kilometer legten die Sportler von Ulm bis Würzburg zurück. Immerhin 250 Kilometer ging es flussabwärts auf der Elbe von Bad Schandau bis südlich von Magdeburg.

30 000 Kilometer ruderten die Wildeshauser im vergangenen Jahr auf unterschiedlichen Gewässern, schätzt Klein. Dass sie häufig auf andere Flüsse ausweichen, hat seinen Grund in den örtlichen Begebenheiten: „Hier können wir nur von Wildeshausen bis zum Wehr in Pestrup rudern“, sagt der Vorsitzende.

Wo es in diesem Jahr hingehen soll, steht derzeit noch nicht fest. Kanuwanderwart Bernward Brauner und Ruderwanderwart Hartmut Lindner arbeiten zurzeit den Fahrtenplan aus, der in den ersten Monaten dieses Jahres vorliegen wird. Die Fahrtziele werden wie üblich im Bootshaus bekannt gemacht.

Ein Termin steht unterdessen schon fest: das Abrudern an Silvester 2006. Die Ruderer hoffen, dass die Hunte auch dann wieder befahrbar sein wird. In den achtziger Jahren hatte der Sport zum Jahreswechsel schon einmal ausfallen müssen, weil der Fluss zugefroren war. Aber auch Hochwasser hat den Wassersportlern schon zu schaffen gemacht.