WILDESHAUSEN - Man braucht schon eine Menge Mut und starke Nerven, wenn man mit einem Trialrad durch den Parcours fährt. Der 15-jährige Jan Frederic Wobbe aus Wildeshausen hat beides. Dies bewies er zuletzt bei den deutschen Meisterschaften der Trialradfahrer in Idstein (Hessen) am vergangenen Wochenende. Dort sicherte er sich zum zweiten Mal in seiner sportlichen Karriere den Gewinn der deutschen Meisterschaft in seiner Altersklasse (Jahrgang 1994/1995).
Bereits mit sechs Jahren hat der Schüler des Gymnasiums Wildeshausen mit dem Fahrradtrial begonnen – und bis heute bereits beachtliche Erfolge gefeiert. 1999 wurde er Dritter der Mannschafts-DM. Sein Heimatverein ist der MSC Wörpetal, er ist aber auch Mitglied im MSC Melsungen, daher ist er außerdem mehrfacher Hessenmeister und Norddeutscher Meister.
Aber auch auf internationalen Boden hat er sich einen Namen gemacht. So war er bereits auf Wettkämpfen in Spanien, Frankreich und auch Belgien. 2007 wurde er Dritter der Nachwuchs-WM in Mataro (Spanien). 2008 siegte er unter anderem bei den Weltjugendspielen. 2009 qualifizierte er sich für das Finale der World Youth Games und wurde Siebter.
Zu dieser Sportart kam Jan Frederic durch seinen Großvater, der Motorradtrial fuhr. „Da ich so ein schweres Motorrad aber nicht halten konnte, habe ich mich auf dem Fahrrad ausprobiert. Dabei bin ich geblieben“, sagt der 15-Jährige.
Dabei zeichnet sich die Sportart als schwierig und vielfältig aus. Denn um mit dem Fahrrad auf ein Objekt zu springen ist vor allem Kraft nötig. „Aber auch Geschicklichkeit und Ausdauer muss man trainieren. Dazu kommt, dass man ständig voll konzentriert sein muss, sonst kann man stürzen“, sagt Jan Frederic.
Um den Erfolg zu gewährleisten, investiert der Schüler viel Zeit. Zehn Stunden oder länger pro Woche sitzt er auf dem Fahrrad. Dafür hat er im Garten einen eigenen Parcours aufgebaut.
Dass diese Sportart einiges abverlangt, zeigte sich zuletzt bei den deutschen Meisterschaften in Idstein. „Der Wettkampf war wahnsinnig schwer. Die einzelnen Sektionen waren sehr lang und anspruchsvoll“, erzählt der Schüler.
Um das spezielle Trialfahrrad gekonnt durch den Parcours und seine einzelnen Sektionen zu steuern, muss das Fahrrad sehr leicht sein. Auch die starken Bremsen zeichnen das Gefährt aus. Bis zu 2300 Euro kann so ein Fahrrad kosten.
In Deutschland ist diese Sportart noch nicht so bekannt. Die Stars der Szene kommen aus anderen Ländern. Vor allem Spanien und Frankreich sind die Vorreiter. „Da sind einige Fahrer, die unglaublich gut fahren können“, erklärt Jan Frederic Wobbe.
Für dieses Jahr hat das Talent unter anderem noch die Europameisterschaft in Melsungen auf dem Plan (3./4. Juli) für die er sich bereist qualifiziert hat. Vielleicht kann er auch da seine Nervenstärke unter Beweis stellen.
ist es das Ziel, mit möglichst wenig Körperkontakt ein Fahrrad durch den Parcours zu bewegen. Berührt man den Boden mit dem Fuß oder einem anderen Körperteil, gibt es Strafpunkte.
Der Sportler muss einzelne Sektionen bewältigen. Eine Sektion ist ein Geländeabschnitt.Dieser kann verschiedene Elemente enthalten. Häufig sind Elemente wie Betonröhren oder Paletten dabei. Vier bis acht Sektionen müssen in der Regel durchfahren werden.
