Wilhelmshaven - Sehr erfolgreich waren die Aktiven der AWO Nordsee-Sportgruppe bei ihrer ersten Teilnahme an den Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaft in der Para-Leichtathletik, die im Olympia-Stützpunkt in Erfurt (Thüringen) ausgetragen wurden. Zur Überraschung ihrer Trainer Doris Tjarks und Helmut Möhle schafften es alle vier Starter aufs Podest.
Auffallend war die große Anzahl ausländischer Athleten, darunter viele Medaillengewinner der Paralympischen Spiele. „Umso erfreulicher war es, dass sich unserer Sportler im Kugelstoßen so gut behauptet haben“, freute sich Möhle.
Besonders spannend machte es Kevin Herrmann, der in seiner Schadensklasse (T/F 20) schon im Vorkampf 8,23 Meter vorlegte und damit nur zwei Zentimeter hinter seinem direkten Konkurrenten lag. Das Kopf-an-Kopf-Rennen dauerte bis zum letzten Durchgang. Hier setzte Herrmann mit 8,47 Meter noch einen drauf und gewann Gold. Tjarks: „Damit ist Kevin der erste Wilhelmshavener, der eine internationale Deutsche Meisterschaft gewonnen hat.“
In der Schadensklasse T/F 28 stieß Volker Stüben die 5 kg-Kugel auf 5,18 Meter und holte damit überraschend Silber. Weniger gut lief es hingegen für die erfahreneren Oliver Frerichs und Werner Peters: Frerichs wurde in der Schadensklasse F 38 mit 7,36 Meter Dritter. Genau wie Peters (T/F 20), der mit 4,75 Meter unter seinen Trainingsweiten blieb.
„Die Leistungen unserer Athleten sind umso bemerkenswerter, weil wir in Wilhelmshaven keine wettkampfgerechten Trainingsmöglichkeiten haben“, sagte Möhle. „Zum Beispiel fehlen Kugelstoß-Ring und die Sektor-Markierungen. Die Sportler haben sich unsere Ratschläge aber zu Herzen genommen und sich bei 24 Stößen keinen einzigen Fehlversuch geleistet. Für das Training nehmen wir trotzdem viele neue Erkenntnisse mit.“ Die Teilnahme an den Titelkämpfen in Erfurt wurden vom Förderverein Behindertensport finanziert.
