Wilhelmshaven - Was für eine Klatsche, was für eine Demütigung: Im Gastspiel beim MTV Braunschweig wollten die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV am Samstagabend ihre letzte Chance auf eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde wahren und mit einem Sieg Druck auf die derzeit zweitplatzierten Löwenstädter machen.
Doch davon waren die Jadestädter einmal mehr meilenweit entfernt. Mit 22:38 – in Worten zweiundzwanzig zu achtunddreißig (!) – kam die Mannschaft von Trainer Christian Köhrmann in der „Alten Waage“ unter die Räder. Schon zur Pause war das über weite Strecken ungleiche Duell beim Stand von 10:17 aus Sicht der Gäste praktisch entschieden.
16 Tore Unterschiedwaren leistungsgerecht
Zwei Wochen hatten die Männer um Kapitän Matej Kozul Zeit, sich auf dieses vorentscheidende Duell vorzubereiten. Zeit, sich auf das permanente Spiel gegen sieben Feldspieler einzustellen und Lösungsmöglichkeiten gegen die offensive Braunschweiger Deckung zu erarbeiten.
Was die Jadestädter dann aber nach Anpfiff auf die Platte brachten, war ein Offenbarungseid. Am Ende wurde der WHV, eine Spitzenmannschaft der 3. Liga, von guten Gastgebern förmlich demontiert. Und das Schlimmste daran: 16 Tore Unterschied waren letztlich auch leistungsgerecht.
Keine Mittel gegenoffensive Abwehr
Die Gegenwehr der Gäste hielt ganze zehn Minuten: Sergi Ala Sanchez, Alexander Coßmann und Sven Eberlein hielten den WHV bis zum 3:4 im Rennen, ehe der MTV – nach zehn Siegen in Folge mit ordentlich Rückenwind – die Muskeln spielen ließ und sich Stück für Stück vom Gegner absetzte.
Vorne fanden die Jadestädter keine Mittel, um die sehr offensive 5:1-Formation von MTV-Coach Volker Mudrow in Verlegenheit zu bringen. Für kleine Glanzlichter sorgte nur Jonas Schweigart, der Coßmann ein ums andere Mal sehenswert in Szene setzte. Ansonsten herrschte aus dem Rückraum tote Hose, auch die Außen waren abgemeldet.
MTV nutzt denPlatz über Außen
Hinten gelang es WHV weitestgehend ordentlich, die beiden kantigen MTV-Kreisläufer Nikolaos Tzoufras und Niklas Wolters zuzustellen. Das aber hatte seinen Preis: Clever und geduldig wussten die Braunschweiger immer wieder, das Zusatzangebot an Platz über die Außen zu nutzen, und hier netzten Bela Pieles (7) und Jan-Bennet Kanning (6) zum Leidwesen der Gäste sehr zuverlässig.
Bis zum 9:13 (26.) blieb der WHV trotzdem in Schlagdistanz, ehe er sich in der Schlussphase des ersten Durchgangs um Kopf und Kragen spielte und sich nach 35 Minuten beim Stand von 11:21 seinem Schicksal ergab. Köhrmann: „Wir hatten uns viel vorgenommen, sind aber im Angriff nicht als Mannschaft aufgetreten. Die Jungs haben vergessen, dass sie Teil eines Teams sind. Jeder hat für sich gespielt – die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient.“
