Cloppenburg - Zwar ist der vierte Heimsieg im vierten Heimspiel nicht geglückt. Der BV Cloppenburg bleibt in der Fußball-Regionalliga Nord zu Hause aber ungeschlagen. Am Freitagabend trennte sich die Mannschaft von Trainer Jörg-Uwe Klütz vor 731 Zuschauern an der Friesoyther Straße 1:1 von der U-23 des Hamburger SV (siehe auch Seite 30).
„Ich bin zufrieden. Mit dem Ergebnis können wir gut leben“, erklärte Klütz nach dem Schlusspfiff. „In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich aggressiver. Ein Standard von Mehmet Kodes hat uns ins Spiel zurück gebracht“, lobte der 44-Jährige den nachverpflichteten Deutsch-Türken. Abwehrchef Christian Willen wuchtete Kodes’ Maßflanke aus sechs Metern per Kopf unhaltbar für den starken HSV-Fänger Tom Mickel in die Maschen (52.).
Auf der anderen Seite zeigte sich auch Klütz-Pendant Rodolfo Esteban Cardoso unter dem Strich mit dem Unentschieden zufrieden. „In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut. Mit dem schnellen Ausgleich haben die Cloppenburger uns dann getroffen.“
Warum die Cloppenburger trotz der brillanten Heimbilanz mit maximalen drei Siegen gegen einen blutjungen Gegner im ersten Durchgang viel zu passiv spielte und sich einzig auf die Sicherung des eigenen Tores beschränkte, blieb Klütz’ Geheimnis.
Anstatt mit breiter Brust und offensiv ausgelegt aufzutreten, ließ sich der BVC gegen Ende des ersten Durchgangs immer tiefer fallen und kassierte fast mit Ansage Sekunden vor der Pause das 0:1 durch Mohamed Shirdel.
Der Treffer für die Gäste roch zwar nach Abseits, war aber auf jeden Fall verdienter Lohn für die gezeigte Ballsicherheit und gefühlte 70 Prozent Ballbesitz. Offenkundig wäre für den BVC mit der im zweiten Durchgang an den Tag gelegten Einstellung auch bereits vor der Pause deutlich mehr drin gewesen.
Bei jedem Ballgewinn in den ersten 45 Minuten im ersten Durchgang fehlten vorne die Anspielstationen. Es wurde schlichtweg nicht nachgerückt. Der bereits sieben Mal erfolgreiche Rogier Krohne tummelte sich zumeist auf Höhe der Mittellinie. Stürmerkollege Tim Wernke steckt derzeit in einer kleinen Krise. Dem Ex-Oyther fehlte in einigen Szenen der Mut zum Abschluss. Eine frühere Einwechslung Lincoln Assinoukos wäre angebracht gewesen.
Trotz des Innenpfostentreffers des Hamburgers Christian Norgaard (72.) – die einzige HSV-Chance nach der Pause – verdiente sich der BVC unter dem Strich das Remis. Gerrit Thomes (68.) und Assinouko (85.) hätten mit dem nötigen Quäntchen Glück dem BVC sogar noch einen Sieg bescheren können.
