WISMAR/CLOPPENBURG - Der TVC wird ohne die Stammspielerinnen Anuszewska und Puczek-Iwanicka antreten. Trainer Neumann hat nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung.

Von Oskar Grote

WISMAR/CLOPPENBURG - Ginge es rein nach der Statistik, dann könnten sich die Zweitligahandballerinnen des TV Cloppenburg die rund 300 Kilometer lange Fahrt zur TSG Wismar (Anpfiff: 16 Uhr) sparen. Denn an der Ostsee wartet der Tabellenvierte auf den Vorletzten. Darüber hinaus hat die TSG in eigener Halle, auch durch die Unterstützung der rund 1000 Zuschauer, erst einen Zähler abgegeben. Und das nur gegen den Spitzenreiter HSG Blomberg-Lippe.

„Wir fahren mutig nach Wismar, denn wir haben nichts zu verlieren. Auf alle Fälle soll das kein Kaffeeklatsch werden. Wir wollen es der TSG so schwer wie möglich machen“, geht TVC-Trainer Bernd Neumann forsch an die Sache heran, rudert aber sofort wieder zurück: „Alles andere als eine Niederlage wäre eine echte Sensation.“

Aber um diese Überraschung zu schaffen, fehlt es dem TVC an Personal: Der Kader, der den Weg an die Ostsee antritt, besteht aus nur zehn Spielerinnen – miteingerechnet sind da auch die Torhüterinnen Tanja Büsing und Inken Sommer.

Mit Monika Puczek-Iwanicka (Bronchitis) und Anna Anuszewska fallen zwei erfahrene Spielerinnen aus. „Bei Monika ist die Bronchitis wohl hartnäckiger als ich gehofft hatte“, kommentiert Neumann diesen personellen Rückschlag. Für den Trainer ist das aber noch lange kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir haben auch ohne Puczek-Iwanicka in der Vorwoche 26 Tore geworfen und über weite Strecken gut gespielt. Das lässt auf eine weitere Entwicklung in der Mannschaft hoffen. Sie muss nur den Mut haben, in gewissen Phasen auch einmal unattraktiv zu spielen“, sagt der Coach und fordert darüber hinaus von seinem Team mehr Besonnenheit. Gerade die eigenen Fehler in hektischen Situationen machten es den Gegnern der Cloppenburgerinnen immer wieder zu einfach.

Wichtig wird also auch die richtige Abstimmung in der Defensive sein, denn Wismar besitzt mit Romy Schöner, Franca Kühne und der Toptorjägerin der Liga, Liudmila Yermachek (179 Treffer), einen brandgefährlichen Rückraum. Da wird sich zeigen, ob die Cloppenburger Defensive aus ihren individuellen Fehlern der Vorwoche gegen Travemünde gelernt hat. Gerade im Hinblick auf den kleinen Kader sollte das Tempo nicht zu hoch gehalten werden. „Wir müssen mit unseren Kräften haushalten – auch um Wismar Paroli bieten zu können. Schließlich wollen wir uns nicht abschießen lassen. Es kann in der Saison noch viel passieren, und wenn zum Schluss ein paar Tore fehlen, ist das sehr ärgerlich. Außerdem sind wir es dem Verein schuldig, immer alles aus uns raus zu holen“, appelliert der TVC-Coach an sein Team.

• Wie es mit dem Trainer Bernd Neumann in der kommenden Saison weitergehen wird, ist indes noch unklar. „Für die nächste Spielzeit hat vom TV Cloppenburg noch niemand das Gespräch mit mir gesucht. Ich habe aber jederzeit ein offenes Ohr“, sagt Neumann, der angesichts der Planungen für die kommende Saison etwas verwundert ist. Schließlich müsse unabhängig von der sportlichen Situation die zukünftige Mannschaft aufgestellt werden.