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Fußball WM schauen mit Mütze und Glühwein

Ellen Kranz

Ganderkesee - Schneegestöber statt lauen Sommerabenden, Wohnzimmer statt Biergartenatmosphäre und Glühwein statt einem kühlen Blonden – so oder ähnlich könnten Begleiterscheinungen der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar aussehen. Diese wird voraussichtlich im November und Dezember ausgetragen (NWZ  berichtete). Doch wird es auch Änderungen in den unteren Ligen, in denen die örtlichen Fußballvereine vertreten sind, geben? Und was sagt Gastronom und Fußballfan Gerhard Menkens („Zum Grünen Hof“) zum Public Viewing im Winter?

Spielpläne abwarten

„Eine WM kriegen wir auch im Winter durch“, ist sich Menkens sicher. „Ich kann mir gut vorstellen, auf dem Parkplatz ein beheiztes Zelt von 20 mal 30 Metern zu errichten“, meint er. „So sind 1000 Leute unterzubekommen. Ob ich nun Glühwein oder Bier ausschenke, ist mir egal“, sagt der Wirt. „Ich freue mich jetzt schon auf die Weihnachtsmützen in Deutschlandfarben mit vier goldenen Sternen und Lametta.“

Hamid Derakhshan, Trainer der 1. Herren beim TSV Ganderkesee, sieht die WM im Winter als neue Herausforderung, vor allem für die Trainer im Jugendbereich. „Wir müssen abwarten, bis die Spielpläne herausgegeben werden, aber die Sommerpause könnte kürzer ausfallen“, sagt er. „Sicherlich wollen der DFB und die Fifa, dass so viele Zuschauer wie möglich vor dem Fernseher sitzen.“ Im Herrenbereich seien Verschiebungen weniger schwierig. „Im Jugendbereich ist es problematischer, weil Spiele auch in den Sommerferien stattfinden müssten. Da müssten die Trainer flexibler werden“, so der Coach. „Ich finde es immer gut, wenn sich neue Länder an eine solch großartige Austragung heranwagen“, sagt Derakhshan über Katar. „Ich kenne das Land, es hat eine sehr gute Infrastruktur und das ,Aspire’- Sportzentrum ist eines der modernsten der Welt.“

Dass die Spielpläne vielleicht angepasst werden, kann sich auch Florian Erhorn, Trainer der 1. Herren beim TV Falkenburg, vorstellen. „Notfalls könnte man das sicher auch unter den Mannschaften klären, wenn an einem Termin gerade ein Deutschlandspiel stattfindet“, so Erhorn. „Ich glaube nicht, dass es ein großes Tohuwabohu gibt.“

Andere Atmosphäre

Der Trainer der 1. Herren des Bookholzberger TB, Christian Brinkmann, ist sich unsicher, ob es Änderungen geben wird: „Ich weiß nicht, ob das so tief runter geht.“ Im Landkreis gebe es im November wegen Regen und Frost sowieso Ausfälle. Vielleicht gäbe es dann Englische Wochen in der Rückrunde, im März oder April, mutmaßt er. „Viele Spieler studieren unter der Woche in anderen Städten“, nennt er einen Nachteil vor allem für kleine Vereine.

„Im unteren Bereich bei den Amateuren wird es keine Änderungen geben“, sagt Hans Knese, Vorsitzender des VfL Stenum. Trotzdem werde alles anders: „Die Atmosphäre wird es so nicht geben. Im Winter wird es abends zeitig dunkel. Dann schauen wir mit Glühwein und im Wohnzimmer“, meint Knese. „Man wird nicht so temperamentvoll mitgehen können wie im Sommer.“ Jedoch verstehe er die Überlegungen: „Die Spiele würden bei über 40 Grad stattfinden – das muss man den Jungs nicht antun.“

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