Ganderkesee - „Kommt mit mir ins Abenteuerland“ – diesen Aufruf könnte Jutta Lobenstein an ihre Mannschaft gerichtet haben, als sie die Fußballer des SC Rote Teufel Ganderkesee zu Beginn der Saison 2012/2013 für den Spielbetrieb in der 5. Kreisklasse anmeldete. Damals startete Lobenstein mit ihrem Inklusionsprojekt: Fußballer mit und ohne geistige Behinderung treten bei den Roten Teufeln gemeinsam gegen den Ball. Vorher spielte sie mit ihrem Team in der Behinderten-Fußballliga. Insgesamt 20 Spieler umfasst der Kader der Roten Teufel für die Kreisklasse, das Verhältnis von Behinderten und Nichtbehinderten Spielern liegt laut Lobenstein bei 70 zu 30 Prozent.
„Ich arbeite seit 34 Jahren für die Lebenshilfe, irgendwann ist es an der Zeit, dass Menschen mit Behinderungen nicht mehr am Rande der Gesellschaft stehen“, sagt die Sozialpädagogin. Der Sport sei eine ideale Möglichkeit, dass diese Menschen hier so teilhaben können wie sie eben sind. Alle haben ein gemeinsames Interesse, nämlich das Fußballspielen.“
Dass es sportlich nicht einfach werden würde, in der 5. Kreisklasse mitzuhalten, war von Beginn an klar. Bis zum 15. Saisonspiel musste die Inklusions-Elf warten – dann konnte sie endlich ihren ersten Sieg feiern: 2:0 hieß es am Ende gegen die SG Bookhorn. Ein zweiter Sieg folgte später gegen Atlas Delmenhorst III. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass es ungefähr zwei bis drei Jahre dauern wird, bis wir leistungsmäßig in der Kreisklasse mithalten können“, erklärt Jutta Lobenstein.
Und was hat sich die Trainerin für die Zukunft mit ihren Team vorgenommen? „Wir wollen irgendwann nichts Besonderes mehr sein. Im Moment nehmen wir eine Vorreiterrolle ein. Das Ziel ist es, dass es irgendwann eine Selbstverständlichkeit ist, dass Behinderte und Nichtbehinderte in einer Mannschaft Fußball spielen.“
