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Reaktionen zur Stadion-Entscheidung „Würde das fast gleichsetzen mit Aufstieg in 3. Liga“ – Baskets reagieren verhalten

VfB-Chef Michael Weinberg (l.) freut sich naturgemäß über die Entscheidung. Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller äußert sich indes verhalten.

VfB-Chef Michael Weinberg (l.) freut sich naturgemäß über die Entscheidung. Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller äußert sich indes verhalten.

dpa/Imago

Oldenburg - Vom Neubau eines Fußballstadions in Oldenburg, den der Stadtrat am Montagabend mit seinem positiven Grundsatzbeschluss auf den Weg gebracht hat, würde in erster Linie der Ankermieter profitieren – der Drittligist VfB Oldenburg. Und so war Michael Weinberg, VfB-Geschäftsführer, die Erleichterung über das Ergebnis im Gespräch mit unserer Redaktion am Dienstag deutlich anzumerken.

„Enorm wichtig“

„Diese Entscheidung ist für die Weiterentwicklung und Fortführung des Profifußballs in Oldenburg enorm wichtig. Ich würde das fast gleichsetzen mit einem Aufstieg in die 3. Liga“, sagte Weinberg, der mit dem VfB-Vorstand sowie Sportleiter Sebastian Schachten selbst vor Ort war. Der Rat habe sich „ganz klar positioniert“, er wolle das neue Stadion „nicht aufhalten, sondern bauen“. Über das Projekt wird seit langer Zeit intensiv diskutiert. Gegner kritisieren unter anderem die hohen Kosten. In den Stunden vor der Ratssitzung, gab Weinberg zu, stieg die Anspannung. „Wenn man nochmal ins Nachdenken kommt, zum Beispiel im Auto sitzt, und reflektiert und sich fragt: Was ist, wenn das heute schief geht? Dann malt man sich Szenarien aus, wie es überhaupt weitergeht. Wir haben hier zwei Jahre intensiv etwas aufgebaut und durch so eine Entscheidung kann das negativ beeinflusst werden.“

In einem Fußballstadion an der Maastrichter Straße unweit der  Weser-Ems-Hallen soll der Oldenburger Profifußball eine Heimat finden.

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Erwartungsgemäß hatten am Montagabend lediglich die Grünen sowie Andreas Sander (Piratenpartei), Vally Finke (SPD) und irrtümlich Andreas Paul (AfDer lehnte aber nicht die Arena, sondern die Aufstockung der Gesellschafterversammlung a) gegen den Neubau gestimmt. „Jetzt geht es natürlich um die Rahmenbedingungen und um jede Menge Arbeit von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Experten – und dazu zählen wir uns natürlich auch als guter Partner“, erklärte Weinberg. Er sehe der endgültigen Entscheidung des Rates, die im Oktober fällt, nun „echt positiv entgegen“.

Anpfiff für Planung

Der am Montag getroffene Grundsatzbeschluss gilt als Anpfiff für die detaillierte Planung, zu der die Gründung einer Stadion-Realisierungsgesellschaft und die Aufnahme des Bauleitplanverfahrens gehört. In der kommenden Woche werde sich der VfB mit der Stadt zusammensetzen und weitere Gespräche führen. „Erstmal müssen wir jetzt die Lizenzunterlagen hochladen und nach Frankfurt schicken. Damit sind wir gerade auf der Zielgeraden“, berichtete Weinberg am Dienstag. Hintergrund: Bis zum 1. März, also diesen Mittwoch, müssen alle Vereine ihren Lizenzantrag für die kommende Drittligasaison stellen – auch aus diesem Grund brauchte der VfB ein „positives Signal“ in Richtung DFB aus dem Stadtrat.

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Jeddeloh sieht Highlight

Auch andere Vertreter aus der Sportszene in Oldenburg und Umgebung sehen einen Neubau überwiegend positiv. „Für den Fußball in Oldenburg wäre der Bau eines neuen Stadions ein Highlight“, sagt Gerhard Meyer, Geschäftsführer des Regionalligisten SSV Jeddeloh aus dem Ammerland: „Ich kann die Argumente der Gegner nachvollziehen. Irgendwann musste aber mal eine Entscheidung getroffen werden.“ Obwohl die Jeddeloher ihre heimische 53acht-Arena hätten, seien nach Fertigstellung einer neuen Arena in Oldenburg auch einzelne SSV-Partien dort möglich, sagt Meyer: „Wenn wir ein Regionalligaspiel haben, zu dem mehrere tausend Zuschauer erwartet werden, wäre so etwas denkbar.“ Und sollte sich Jeddeloh noch einmal für den DFB-Pokal qualifizieren, sei auch die Austragung eines solchen Duells in Oldenburg möglich. Das war 2018 der Fall, das Erstrunden-Duell gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim (2:5) fand damals im Marschwegstadion statt. Einen Wettbewerbsnachteil für den eigenen Verein sieht Meyer im Stadionbau nicht.

VfL hofft auf Effekte

Andreas Lampe, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg, erhofft sich Effekte über den VfB hinaus. „Wenn ein neues Stadion gebaut wird, wäre es schön, wenn auch andere Sportarten oder Vereine davon profitieren würden“, sagt der Manager der Handballerinnen, die ihre Heimspiele in der kleinen EWE-Arena bestreiten: „Ich denke da an Räumlichkeiten, die auch von anderen genutzt werden könnten, beispielsweise ein Fitnessraum. Es wäre klasse, wenn sich mit einem neuen Stadion auch die Infrastruktur im Oldenburger Leistungssport insgesamt verbessern würde“, hofft Lampe.

Baskets verhaltener

Deutlich verhaltener fällt – wie zu erwarten – die Bewertung der EWE Baskets aus. Der Basketball-Bundesligist hatte vor wenigen Wochen in einem Brief an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und die Ratsfraktionen seine Bedenken vor allem zum Standort der neuen Arena an der Maastrichter Straße direkt neben den beiden EWE-Arenen geäußert. „Der Stadtrat hat eine politisch erwartbare Entscheidung getroffen“, teilte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller am Dienstag unserer Redaktion mit und fügte hinzu: „Wir sind gespannt, wann und wie auch Gespräche mit anderen Ankermietern auf dem Weser-Ems-Hallen-Gelände geführt werden. Wir setzen darauf, dass die Entscheidungsträger und Gremien verantwortungsvoll vorgehen werden und wünschen ein glückliches Händchen in den weiteren Planungen.“

Kommentar
Mit dem Votum des Rates sind die Fans des VfB Oldenburg ihrem Wunsch nach einem neuen Stadion ein ganzes Stück näher gekommen.

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