ZETEL - Alke Behrens aus Zetel spielt beim RSC Oldenburg Rollstuhlbasketball. Jetzt ist sie für das Nationalteam nominiert.
Von Carsten Bickschlag
ZETEL - „Das ist für jeden Sportler ein Traum“, sagt Alke Behrens und meint damit die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Doch für die 25-Jährige aus Zetel kann aus diesem Traum schnell Wirklichkeit werden. Denn im Rollstuhlbasketball befindet sich die junge Frau aus Friesland auf einem steilen Weg nach oben.Alke Behrens spielt seit zwei Jahren beim RSC Oldenburg in der Oberliga, ist in der niedersächsischen Landesauswahl und in der U22-Nationalmannschaft aktiv. Und das überaus erfolgreich. So wurde die Flügelspielerin nach den Deutschen Meisterschaft in Lübeck im Juni dieses Jahres vom Bundestrainer der Frauen Peter Richarz in den Nationalkader berufen.
„So recht glauben konnte ich das zunächst nicht“, erinnert sich die Zetelerin. Doch als sie nur wenig später mit der Nationalmannschaft im Flugzeug in Richtung Toronto in ein Trainingslager unterwegs war, war es auch für sie Gewissheit. „Ein bisschen ungewöhnlich ist es schon, als Oberligistin nominiert zu werden. Das ist ein großer Sprung“, sagt Alke Ahlers, was aber nur für ihre sportliche Leistung im Rollstuhlsport spricht. „Wichtig ist jetzt, sich in der Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketballer zu etablieren“, so Ahlers weiter.
Dabei war eigentlich Handball ihre Sportart Nummer eins. Als Spielerin und Trainerin im Jugendbereich war sie lange Jahre bei der HSG Neuenburg/Bockhorn aktiv. Bis sie 1996 nach einem Unfall eine Querschnittslähmung erlitt und seitdem an den Rollstuhl gefesselt ist. „Danach war eine schwere Zeit, doch meine Familie und Freunde haben mir sehr geholfen und mich neu motiviert.“
Sie begann ein Studium der Sprachheilpädagogik in Bielefeld, wechselte 2003 den Studienort und zog nach Bremen. Dort wurde die Zetelerin von einer Mitarbeiterin der Universität angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, beim BSV Achim in der Rollstuhlbasketballmannschaft mitzumachen. Behrens: „Darüber war ich sehr glücklich und sagte sofort zu.“
Dort wurde der Oldenburger Trainer Harald Fürup auf das Talent aufmerksam und holte sie zum RSC. „Für mich war das die richtige sportliche Entscheidung“, sagt Ahlers, obwohl sie sich auch in Achim sehr Wohl gefühlt habe. Landete die Oldenburger Mannschaft in der vergangenen Saison noch im gesicherten Mittelfeld, streben die Damen in der kommenden Spielzeit die Meisterschaft an. „Das muss unser Ziel sein, obwohl wir eine sehr junge Mannschaft sind.“
Finanziell unterstützt wird Alke Behrens unter anderem vom „Team BB“, einem Förderverein des Landes Niedersachsen, und auch von einem Sponsor aus dem Südoldenburgischen, der sich an den Kosten eines neuen Sportrollstuhls – eine Sonderanfertigung für 5000 Euro – beteiligt. „Das sind wichtige Partner, denn Geld verdiene ich durch den Sport nicht.“
Training, Spielbetrieb und Sichtungslehrgänge bestimmen neben dem Studium dennoch den Tagesablauf der 25-Jährigen, wobei das Private nicht vernachlässigt wird. „Alles eine Frage der Planung“, so die Sportlerin. Das nächste große sportliche Ereignis steht schon in Kürze an – die Europameisterschaft im September in Lille, Frankreich. Dort gilt es für die Damenmannschaft, den Titel erfolgreich zu verteidigen.
