Der 1905 in Hamburg gegründete NFV ist nur auf den ersten Blick so gewichtig wie er sich bei seiner Jubiläums-Feier darstellte. Er hat zwar über seine Landesverbände in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen fast eine Million Mitglieder. Er ist aber nur noch für fünf Spielklassen zuständig und ein Leichtgewicht, da die meiste Arbeit in den Landesverbänden abgewickelt wird. Zwanziger betonte dennoch: „Die Regionalverbände brauchen wir aus sportpolitischen Gründen. Der DFB kann nicht mit 21 Landesverbänden kommunizieren.“
Zwanziger bevorzugt indes einen neuen Zuschnitt. „Wir haben historisch bedingt fünf Regionalverbände. Das ist eine für die Ausrichtung von Wettbewerben ungünstige Zahl.“ Außerdem sei die Größendifferenz erheblich: „Wir haben zum Beispiel den starken Süden mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern“, der fast vier Mal so groß ist wie der Südwesten. „Auf dieser Ebene können sie Aufgaben schlecht so organisieren, dass sie von allen gleich wahr genommen werden.“ Mit wissenschaftlicher Hilfe werde derzeit an einer Bedarfsanalyse gearbeitet.
Die Jubiläums-Feier mit Reden von Bremens Bürgermeister Henning Scherf und Manfred von Richthofen, dem Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB), war aber auch ein Ehemaligentreffen. Frühere Stars wie Uwe Seeler, Charly Dörfel, Max Lorenz oder Fiffi Gerritzen trafen sich in Bremen. „Das ist doch eine nette Gelegenheit, um sich zu sehen und zu klönen“, sagte Seeler. Das ehemalige HSV-Idol gehört zur „Jahrhundert-Elf des Nordens“, die beim Festakt geehrt wurde.
