Zetel - Der erste Boule-Platz mit zwei Bahnen auf dem Markthamm in Zetel ist erst im Oktober eröffnet worden. Nun liegt dem Sport-, Kultur- und Tourismusausschuss ein Antrag der SPD-Fraktion auf dem Tisch, einen weiteren Boule-Platz mit drei Bahnen zu bauen. 30 bis 35 Personen im Alter von 9 bis 72 Jahren treffen sich dort regelmäßig zum Spiel mit den Eisenkugeln.

Bürgermeister Heiner Lauxtermann warb persönlich für den Bau eines zweiten Platzes. „Da wird bei Wind und Wetter intensiv gespielt. Das bringt Leben auf den Markthamm. Das hat Zukunft“, sagt er und war nicht der einzige, der die soziale Komponente dieses Miteinanders in der Freizeit betonte. Ein weiterer positiver Effekt: Seit auf dem Markthamm Boule gespielt wird, gebe es auf dem benachbarten Spielplatz weniger Zerstörungen.

Die Kosten in Höhe von 15 000 Euro bereiten aber so manchem Ausschussmitglied Bauchschmerzen. „Das ist viel Geld“, sagte Ulf Lange (CDU). Das sieht auch Jürgen Konrad (Grüne) so und zog einen Vergleich zu anderen Projekten. „Bei den Bäumen an der Bundesstraße in Neuenburg wird genau hingeschaut.“ Die Grünen hatten beantragt, dass dort größere als die geplanten Linden gepflanzt werden. Konrad schlug vor, dass die Boule-Gruppe sich an den Kosten beteiligt.

Das wurde von der Gruppe, die die Debatte verfolgte, aber zurückgewiesen, da es sich um einen öffentlichen Platz handelt. Jedermann könne dort spielen. Der Boule-Platz werde auch von Touristen genutzt, zum Beispiel von Wohnmobilisten, die auf dem Markthamm Station machten. Vorgesehen sei auf jeden Fall, so Lauxtermann, Eigenleistungen der Boule-Gruppe während der Bauarbeiten.

In veranschlagten 15 000 Euro ist nicht nur der neue Boule-Platz enthalten, sondern vorgesehen sind auch Bänke, Mülleimer sowie eine Beleuchtung, da auch oft in den Abendstunden gespielt wird. Die Lampen sollen an die Straßenbeleuchtung angeschlossen werden. Derzeit hantieren die Spieler mit eigenen Strahlern und kaufen sich den Strom beim benachbarten Kiosk. Dort können sich Interessenten übrigens Boule- Kugeln ausleihen.

Ingo Logemann (SPD) sieht in den 15 000 Euro eine sinnvolle Investition. „Beim Boule-Spiel finden Personen verschiedenen Geschlechts und verschiedenen Alters zueinander.“ Wer mit wem in einer Mannschaft spielt, wird nicht durch persönlich Absprache getroffen, sondern durch den ersten Wurf auf das „Schweinchen“ entschieden. „Ich habe schon öfter mit Jugendlichen in einer Mannschaft gespielt. Da habe ich mit meinen 72 Jahren schon viel Interessantes über junge Menschen erfahren“, sagte Siegfried Marienhoff der NWZ  und möchte diese Erfahrungen nicht missen. Angela Röbke (SPD) sprach von einem wichtigen Treffpunkt und einem Ort der Kommunikation. Damit komme der Boule-Platz der Idee des Markthamms nahe.