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NWZonline.de Region

Eine WM ohne Italien? Wie die Liga ohne HSV!

15.11.2017

Arivederci Azzuri, Basta Pasta und Mamma Mia Italia – die Wortspiele kennen nach dem WM-Aus eines unserer „Lieblingsfeinde“ in Fußball-Deutschland keine Grenzen. Aber das ist ja auch kein Wunder: So oft haben wir in der Vergangenheit wegen diesen lästigen Defensivkünstlern gelitten, so oft haben die Italiener uns mit ihrem Abwehrbollwerk, aber auch wegen ihrer Theatralik zur Weißglut gebracht. Als uns Fabio Grosso während des Sommermärchens 2006 im Halbfinale in der 119. Minute mitten ins schwarz-rot-goldene Herz traf, war selbst der nette Eisverkäufer von nebenan plötzlich tabu.

Jetzt, das ist doch klar, ist unsere Zeit für Spott und Häme gekommen, wie wir sie so oft von ihnen ertragen mussten – und die sozialen Netzwerke liefern uns das perfekte Stadion dafür. „Ich will nicht sagen, dass ich Schweden-Fan bin, aber ich schneide gerade mit der Ikea-Family-Card meine Pizza“, schreibt da der Eine. „Warum schmeißt mein italienischer Nachbar gerade alle Ikea-Möbel aus dem Fenster?“, fragt ein Anderer.

Dass wir (schon wieder) auch ohne unseren Nachbarn aus den Niederlanden zur WM fahren, macht das deutsche Fußballglück perfekt. „Das ist ärgerlich für die Holländer. Die dachten schon, die hätten das Mittelmeer nächsten Sommer für sich“, frohlockt ein Nutzer. „Treffen sich ein Italiener und ein Holländer im Reisebüro“, fängt ein anderer seinen Witz an, und ein weiterer Spaßvogel schreibt: „Der traurigste Ort 2018? Ein italienischer Campingplatz voller Holländer.“

Die Schadenfreude, die Häme, die Sprüche – sie bringen uns alle zum Lachen. Aber, wenn ich ganz ehrlich bin: Während die fliegenden Holländer von mir aus in jeder Qualifikation eine unsanfte Bruchlandung hinlegen können, werden mir die Italiener fehlen. Wie sie mit unvergleichbarer Inbrunst vor dem Spiel ihre „Fratelli d’Italia“ schmettern. Wie sie nach einem Schübserchen des Gegenspielers an die Schulter sich zwei Minuten lang auf dem Boden wälzend das Schienbein halten. Wie sie wild gestikulierend vor dem Schiedsrichter herumturnen, als ob dieser ihnen den frischen Espresso aus der Hand gerissen hätte. Und wie Grande Gigi Buffon, meiner Meinung nach der größte Torhüter dieser Zeit, sein Team mit all seinen Emotionen und seiner Hingabe auf den Platz führt.

Eine WM ohne Italien ist für mich wie die Pizza ohne Tomatensoße und Mozzarella – oder wie die Bundesliga ohne den Hamburger SV. Da fehlt etwas, das dazugehört. Es fehlt eine Fußballnation, die diese großen Turnieren prägt, an der man sich aufreiben und über die man diskutieren kann. Ciao Italia, ich werde dich vermissen!

Übrigens: Als Italien 1958 zuletzt eine WM verpasste, wurde Schalke 04 letztmals Deutscher Meister. Wiederholt sich diese Geschichte, wäre das mal wirklich ein besonderes Fußball-Ereignis.

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