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Fernziel Tokio 2020: Deutsche Judokas reisen bescheiden zur EM

19.04.2017

Warschau (dpa) - Die erste wichtige Etappe auf dem Weg zu Olympia 2020 in Tokio gehen die deutschen Judokas bescheiden an. Bei den Europameisterschaften in Warschau tritt der Deutsche Judobund (DJB) mit einem Perspektivteam an, viele erfahrene Athleten fehlen verletzt.

"Wir haben ein junges Team, da wäre es Schwachsinn, Vorgaben zu machen", sagte DJB-Präsident Peter Frese, der vor den kontinentalen Titelkämpfen keine Medaillen-Ziele formulieren will. "Wir wollen jetzt schrittweise auf Tokio hinarbeiten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Olympischen Spiele in dreieinhalb Jahren sind das große Ziel, das die deutschen Judokas auch in Warschau schon im Hinterkopf haben. "Wir wollen Experimente machen, wir wollen die neue Generation in Richtung Tokio aufbauen", sagte Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa, der wie sein Kollege Richard Trautmann bei den Männern das Team nach der Enttäuschung bei Olympia in Rio, als es nur eine einzige Bronze-Medaille gab, übernommen hat. "Für uns geht es darum, zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte Frese.

Insgesamt 18 deutsche Athleten starten in Warschau, bis auf die beiden untersten Kategorien bei den Frauen besetzt der DJB alle Gewichtsklassen. Die namhafteste deutsche Starterin ist Martyna Trajdos, Europameisterin von 2015. "Martyna ist ganz erfahren, die hat auch Medaillenchancen, da ist alles drin", urteilte Frese.

Aber auch Nachwuchs-Talenten wie Theresa Stoll, Siegerin beim Heim-Grand-Prix in Düsseldorf, Anna-Maria Wagner oder Eduard Trippel ist eine Überraschung zuzutrauen. Etablierte Judokas wie die Olympia-Dritte Laura Vargas Koch, Vize-Weltmeister Karl-Richard Frey oder Luise Malzahn müssen dagegen allesamt verletzt pausieren.

Eine Woche lang hat sich das Frauen-Team in Kienbaum intensiv vorbereitet, die Männer trainierten auf Teneriffa. "Meine Erwartung ist, dass wir das umsetzen, was wir trainiert haben", sagte Pusa. "Wir haben gut trainiert, haben uns sehr gut vorbereitet und jetzt erwarten wir, dass sie im Wettkampf alles geben. Ein halbes Jahr nach den Spielen in Rio ist das jetzt für uns der erste Höhepunkt."

In den Monaten nach der Enttäuschung von Rio hat sich beim DJB viel getan, nun ist die EM die erste große Bewährungsprobe für die neuen Bundestrainer und die jungen Athleten. "Das ist ein ganz anderer Druck", sagte Frese. "Wir wollen sehen, wie die Ergebnisse aus dem Training im Wettbewerb unter Stresssituationen umgesetzt werden."

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