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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Stadland

Drk-Seniorenclub: Almut Müller steht zum letzten Mal vorn

11.02.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T11:43:26Z 280 158

Drk-Seniorenclub:
Almut Müller steht zum letzten Mal vorn

Rodenkirchen An ihrem letzten Tag zog sie noch einmal die dunkelblaue Dienstbekleidung der Rotkreuz-Schwestern an. Ein letztes Mal stand Almut Müller am Montagnachmittag beim Treffen des DRK-Altenclubs Rodenkirchen ganz vorn – wie wohl 500 Mal zuvor.

Nach knapp 42 Jahren hat die 71-Jährige jetzt die Leitung des Clubs an ihre Nachfolgerin Inge Diehm abgegeben. Die künftige Chefin hielt sich aber deutlich zurück und ließ ihre Vorgängerin im Mittelpunkt stehen.

Dabei hat Almut Müller nie danach gestrebt, im Mittelpunkt zu stehen. Dennoch wird man lange suchen müssen, bis man einen Altenclub findet, dessen Leitung so lange in einer Hand lag.

Unfallopfer versorgt

Almut Müller ist in Rodenkirchen aufgewachsen. Nach der Schule nahm sie eine Stelle im Haushalt des Arztes Dr. Böhmig an. Dabei blieb es nicht aus, dass sie in der Praxis Unfallopfer versorgen musste, bis endlich der Krankenwagen kam. Diese Aufgabe führte sie vor 52 Jahren zum Deutschen Roten Kreuz (DRK): Sie absolvierte einen Erste-Hilfe-Kursus und ließ sich später zur Schwesternhelferin ausbilden. Bei Sportveranstaltungen, Schützenfesten und auch beim Rodenkircher Grasbahnrennen stand sie bereit, um Verletzten zu helfen.

1969 initiierte Elfriede Wieder, die Leiterin der Sozialarbeit des DRK-Kreisverbandes in Nordenham, wesermarschweit DRK-Altenclubs. Im November desselben Jahres wurde der Rodenkircher Club gegründet, und Almut Müller war vom ersten Tag an dabei, dekorierte die Tische, schenkte den Kaffee aus und spülte das Geschirr.

Dabei litt sie durchaus nicht an Langeweile. Seit 1964 war sie mit ihrem Ehemann Karl-Heinz verheiratet, sie machte den Haushalt, half im Sanitär- und Heizungsbetrieb ihres Mannes, und 1965 war ihr Sohn Jens zur Welt gekommen. Als 1970 die Tochter Dörthe folgte, nahm Almut Müller sie im Kinderwagen mit zum Seniorenclub.

Im Juli 1972 verabschiedete sich die Leiterin Erika Rentel – und Almut Müller wurde die Nachfolge angetragen. Zweifeln und Selbstzweifeln begegnete sie in ihrem Inneren mit dem Satz „Ich heiße Almut – und ich nehme all meinen Mut zusammen.“

Es hat sich gelohnt, wie aus ihrem Rückblick deutlich wurde: Binnen zwei Jahren stieg die Zahl der Mitglieder von 29 auf mehr als 50. Dabei war das erste Domizil, die alte Pastorei, gerade abgerissen wurden. Der Club wich in die Realschule aus, die Rentner nahmen auf harten Schülerstühlen Platz. Doch bald konnten sie ins neue Gemeindehaus einziehen, wo sie sich immer noch wohlfühlen.

Die Treffen finden an jedem ersten Montag im Monat statt. Kaffee und Kuchen gibt es immer, manchmal auch ein Referat. Zweimal im Jahr unternimmt der Club einen Ausflug, in jedem Herbst gibt es eine interne Modenschau und im Sommer wird im großen Garten von Jens Müller gegrillt.

Viele Dankesworte

Unterstützt wurde Almut Müller vor allem von Lotte Bohlken, Edith Meyer und Anne Lohmüller, denen sie zum Abschied ihren Dank aussprach. Die Mitglieder gaben diesen Dank zurück, indem ihre Sprecherin Edda Menzel ein großes selbst gebasteltes Geschenk überreichte. Dankesworte sprachen auch Bürgermeister Boris Schierhold, Pastorin Birgit Faß, DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Deyle und Klaus Wessels vom Rüstringer Schrieverkring.

Die Nachfolgerin Inge Diehm gehört dem Club bisher nicht an, kennt aber viele ältere Rodenkircher durch ihren Besuchsdienst für die Kirchengemeinde. Ab März wird sie vorn stehen, und Almut Müller darf in den hinteren Reihen Platz nehmen.


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