Seefeld - Der Klang ihrer Stimme ist eindeutig: Claudia Schlack stammt aus Karlsruhe. Nein, Hochdeutsch wird sie nicht mehr lernen, sagt sie. Und ja, in Stadland fühlt sie sich zu Hause.
Sie hat ja auch geübt. Seit 2001 wohnte sie in Hude, und jetzt ist sie nach Rodenkirchen gezogen, weil sie dort ein hübsches Häuschen gefunden hat. Und noch ein anderes Argument spricht für Rodenkirchen, sagt die 49-Jährige: Es liegt viel dichter an ihrem Arbeitsplatz in Bremerhaven. Dort ist sie bei Powerblades beschäftigt, einer Firma, die Flügel für Windrotoren herstellt.
Kein Wunder also, dass Claudia Schlack sich auch in der Seefelder Mühle wohlfühlt, wo die Gemeinde Stadland und die NWZ am Donnerstagabend einen Neubürgerempfang veranstaltet haben. 247 Neu-Stadlander hatte die Gemeindeverwaltung angeschrieben, 53 waren gekommen. „Mehr als 20 Prozent“, wie Bürgermeister Klaus Rübesamen bei seiner Begrüßung zufrieden feststellte.
„Landei“ in Berlin
Den weitesten Weg nach Stadland hatten Aneta und Jacek Cwitka. Sie kommen aus Polen und wohnen jetzt in Morgenland. Im Vergleich dazu hat Florian Wuppenhaas (32) nur einen Katzensprung zurückgelegt: Er stammt aus dem Nachbarkreis Osterholz. Allerdings hat er vorher zweieinhalb Jahre in Berlin gelebt. Da hat er gemerkt: „Ich bin ein Landei.“ Und deshalb hat sich der Dachdecker mit seiner Lebenspartnerin, der Erzieherin Antonia Matzke (28), ein Haus auf dem Dorf gesucht – und ist in Rodenkirchen fündig geworden.
Auch Mareike Hasselbusch (29) und André Thierfelder (33) haben sich für ein Haus in Rodenkirchen entschieden. Denn dieser Ort liegt ziemlich in der Mitte ihrer Arbeitsstellen: Sie ist Chemielaborantin in Oldenburg, er Ladungskontrolleur in Bremerhaven. Sie stammt aus Oldenburg, er aus der Samtgemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven.
Am Donnerstagabend konnten sie lernen, dass Zuwanderung nach Stadland nichts Ungewöhnliches ist, sondern fast schon der Normalfall. So ist Bürgermeister Klaus Rübesamen 2008 nach Schwei gezogen, und er ist stolz, ein Stadlander zu sein, wie er sagte.
Zugezogen ist vor 30 Jahren auch Cornelia Iber-Rebentisch, die stellvertretende Vorsitzende des Mühlenvereins, die den Gästen das Kulturzentrum in seiner ganzen Vielfalt nahebrachte. Cornelia Iber-Rebentisch stammt aus Berlin und hat sich in Reitland ganz schnell eingelebt, weil sie im Aufbau und Betrieb der Mühle eine Lebensaufgabe gefunden hat.
Auch Dagmar Barten ist von der Großstadt ins ländliche Umfeld Seefelds gezogen und betätigt sich hier unter anderem als Leiterin des Mühlenchors. Wie gut sie dieses Geschäft versteht, machte sie deutlich, als sie die Neubürger in einen Kanon singenden Chor verwandelte.
Fulko Thaden fiel dem Bürgermeister ins Wort und spielte seine Rolle als erster Müller der Seefelder Mühle – auf Platt mit hochdeutscher Übersetzung. Da bekamen die Neubürger gleich einen ganz anderen Eindruck von der Seefelder Mühle. Petra Leifert, Sigrid Burmester und Birgit Menzel stellten den Freundeskreis Petit Caux vor, und Katja Kohnert machte die Arbeit des Familienservicebüros bekannt.
Bürgermeister Rübesamen und NWZ -Redaktionsleiter Norbert Hartfil gaben die zehn Gewinner des Preisrätsels bekannt: Der Hauptgewinn, ein Rundflug für zwei Personen über Stadland, ging an Shanti Reimers aus Rodenkirchen.
„Später, Baby“
Ute Siemoneit lud in die Gemeindebücherei im Rathaus ein und vergaß auch nicht, eines ihrer interessantesten Bücher extra vorzustellen: „Später, Baby“ von Kristin Rübesamen. Bürgermeister Klaus Rübesamen grinste: „Das ist mein Pseudonym.“
