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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Stadland

Fenster in die Vergangenheit öffnet sich

15.09.2015

Schwei Ihre Teamfähigkeit konnten Besucher des Gemeindefestes in Schwei am Sonntag unter Beweis stellen: an Zugsägen, wie sie früher stark verbreitet waren. Denn das Gemeindefest fand zusammen mit dem Tag des offenen Denkmals statt, und der stand unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“.

Die Schweier Zimmerei Duhm stellte auch Hobel und andere alte Werkzeuge zur Bearbeitung von Holz aus. Zudem gab der Rodenkircher Maschinenbauermeister Wilfried Peters einen Einblick in seine Sammlung alter Werkzeuge und anderer Utensilien. Dazu gehörten ein Kleispaten, den Peters 1959 als Gesellenstück gefertigt hatte, und das alte Schloss des Nordportals der Schweier St.-Secundus-Kirche, das über einige Umwege an den 74-Jährigen gelangt war und jetzt in neuem Glanz erstrahlt.

In der Kirche wurden eingelagerte Dachschindeln aus dem Turm der St.-Secundus-Kirche zum Verkauf angeboten. Der Erlös ist für das nächste Projekt des Kirchbauvereins bestimmt, der einen Teil der bereits morschen unteren Dachschindeln austauschen möchte.

Nach der Andacht mit Pastor Bernd Eichert wurde das restaurierte Ölgemälde feierlich enthüllt, das den ehemaligen Pastor Anthon Günther Faselius zeigt. Es hing jahrelang über dem zugemauerten ehemaligen Nordportal und hat jetzt seinen neuen Platz auf der Südseite neben dem Eingang im Kirchenschiff gefunden. Der Umzug wurde nötig, weil das bisher zugemauerte Nordportal geöffnet wird. Damit entsteht ein zweiter Ausgang zum hinteren Friedhof und ein dringend benötigter zweiter Fluchtweg (die NWZ  berichtete).

26 Jahre lang Pastor

Anthon Günther Faselius war von 1654 bis 1680 als Pastor in Schwei tätig, sein Vater Edo-Wolfgang Faselius war von 1622 bis 1641 Pastor in Schwei gewesen. An den Kosten der Restaurierung beteiligten sich neben dem Kirchbauverein in besonderem Maße zwei Nachkommen: Annemarie Harich-Golzwarden aus Brake und Mario Müller aus Rodenkirchen.

Annemarie Harich-Golzwarden ist zudem eine begeisterte Hobby-Genealogin und hat schon eine Chronik über ihren Vorfahr verfasst. In der Kirche referierte sie nach der Andacht über Pastor Faselius und sein Wirken in Schwei. Anthon Günther Faselius wurde um 1622 in Schwei geboren und starb 1680. Er heiratete mit 30 Jahren Gebekke Riesebieter und sie bekamen zehn Kinder in 19 Ehejahren. Insgesamt hatte Pastor Faselius 13 Kinder.

Sieben Jahre verbrachte der junge Faselius am Gymnasium in Jever, studierte dann in Rostock, 3 Jahre in Leipzig und ein halbes Jahr zu Wittenberg. Nach dem Studium wurde er von dem zweiten Pastor zu Oldenburg Langhorst in Oldenburg ordiniert und vom Superintendenten Gerken, Pastor zu Golzwarden, in Schwei in sein Amt eingeführt.

Pastor Muhle notierte Mitte des 19.Jahrhunderts in seiner Schweyer Chronik: „Pastor Faselius ist ein tätiger, zum Segen der Gemeine erfolgreicher und sehr beliebter Pastor, bei welchem es zu bedauern ist, dass keine näheren Nachrichten über ihn vorhanden sind.“

„Schmerzlich betrauert“

Pastor Faselius‘ Wirken in der Gemeinde wurde sehr anerkannt, das besage auch der Nachruf beim Sterbeeintrag, erklärte Annemarie Harich-Golzwarden. Dort stehe: „Den 13.August 1680 Anthon Günt: Faselius … unser lieber Prediger, der von der Gemeine schmerzlich ist betrübt und betrauert geworden, und hätte noch viel Jahre sehr hochnützlich gewesen. Ist ein wollverdienter und gelerter Prediger gewesen.“

Annemarie Harich-Golz-
warden fasste zusammen: „Heute am Tag des Denkmals sollten wir einmal an die Menschen, die vor uns lebten, denken – uns vorstellen, wie sie in ihrer Zeit, mit ihren Möglichkeiten den Alltag bewältigten, ihr Leben gestalteten. Vielleicht, wenn wir in die braunen Augen des Pastors Faselius blicken, öffnet sich uns ein wenig das Fenster in die Vergangenheit.“

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