KLEINENSIEL - Die Äußerungen einiger „selbst ernannter Gutachter“, wonach es im Kernkraftwerk Unterweser eine mangelhafte Sicherheitskultur gebe und das Personal leichtfertig handle, könnten sie nicht nachvollziehen. Sie hätten einen ganz anderen Eindruck gewonnen, berichteten Mitglieder des FDP-Gemeindeverbandes Edewecht nach einer Besichtigung der Anlage und Gesprächen mit Mitarbeitern.
Angesichts der enormen Preisentwicklungen im Energiebereich sei es für den Normalbürger interessanter denn jeh, sich vor Ort über die verschiedenen Möglichkeiten der Stromerzeugung zu informieren, machten die Edewechter Liberalen deutlich. Beim Besuch im KKU unter der Führung des Gemeindeverbands-Vorsitzender Professor Dr. Gert Reich sowie in Begleitung der FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst (Harpstedt) und des FDP-Landtagsabgeordneten Christian Dürr (Ganderkesee) kam es dann auch zu einer energiepolitischen Diskussion mit Vertretern des KKU-Betreibers Eon.
Obwohl das KKU bereits 30 Betriebsjahre auf dem Buckel habe, mache die Anlage einen jugendlichen Eindruck, waren sich Angelika Brunkhorst und Christian Dürr einig. Bei dem Rundgang sei deutlich sichtbar gewesen, dass das KKU in den vergangenen Jahren mit erheblichen Investitionen runderneuert worden sei und dem heutigen Stand von Sicherheit und Technik entspreche, berichteten die beiden Politiker.
Angelika Brunkhorst, Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für Reaktorsicherheit und Naturschutz, sprach sich für eine Beibehaltung des jetzigen Mix in der Energieerzeugung mit der Kernenergie für den Grundlastbereich aus. Aus diesem Grunde müsse die Diskussion über den Ausstieg aus dem Ausstieg forciert werden. Bundeskanzlerin Angelika Merkel müsse ihren Worten zugunsten einer Verlängerung der Laufzeiten nun auch Taten folgen lassen.
Christian Dürr, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, verwies auf eine in Studien bei Beibehaltung des Ausstiegsbeschlusses für 2012 errechnete Stromlücke in Deutschland. Dann würden zwar nicht die Lichter ausgehen, das werde aber Auswirkungen auf den Strompreis haben, womit die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke auch eine soziale Frage sei. Selbst von 50 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden könnten, sei die Kernenergie unverzichtbar.
Sein Interesse an der Kernenergie sei seit dem Vortrag der Klimaforscherin Dr. Daniela Jacob beim vergangenen Neujahrsempfang im KKU erheblich gestiegen, berichtete Edewechts FDP-Chef Gert Reich, der mit seiner Technik-Studenten der Universität Oldenburg regelmäßiger Gast im KKU ist.
Ein sich ungebremst fortsetzender Klimawandel werde wegen der sich daraus ausgebenen Ernährungsprobleme in manchen Regionen der Welt eine Völkerwanderung auslösen, wogegen das Unglück von Tschernobyl ein Spaziergang gewesen sei. Die nicht ungefährliche, in Deutschland jedoch sicher betriebene kohlendioxid-freie Kernenergie sei ein Beitrag zum Klimaschutz.
Horst Kortlang, Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Wesermarsch, hob die große wirtschaftliche Bedeutung des KKU für die Region hervor. Als Exportweltmeister brauche Deutschland viel Energie, die besser im Lande von hochqualifizierten Mitarbeitern erzeugt werde.
