RODENKIRCHEN - Ein Jahr lang habe sich der Stadlander Gemeinderat mit der ursprünglich vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) bereits zum 1. Januar 2008 geplanten Erhöhung der Abwassergebühren beschäftigt. Das vorliegende Ergebnis sei der bestmögliche Kompromiss, sagte Bürgermeister Boris Schierhold und fand damit die Zustimmung aller Ratsfraktionen.

Die vom OOWV zum 1. Januar 2009 vorgenommene Anhebung des Abwasserentgeltes um 55 Prozent mit der 2011 in Kraft tretenden Neuregelung, bei der sich die Gebühr dann aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis (Wasserverbrauch) zusammensetzt (die NWZ berichtete), beschäftigte den Stadland Rat auch in seiner letzten Sitzung des Jahres.

In der Bürgerfragestunde kritisierte Gerold Hessenius, Vorstandsmitglied der Siedlergemeinschaft Rodenkirchen die Erhöhung und insbesondere die Neuregelung, weil sie kleine und die Haushalte bestrafe, die sparsam mit dem hohen Gut Trinkwasser umgehen. Hessenius fragte aber auch nach der Rolle der Gemeinde.

Boris Schierhold erinnerte daran, dass der OOWV in Stadland zu Jahresbeginn einen Grundpreis von monatlich 6,25 Euro einführen wollte. Der falle mit letztlich 3,75 Euro ab 2014 erheblich geringer aus, als er bereits jetzt in anderen Gemeinden vom OOWV erhoben wird.

Wie der Bürgermeister wies auch CDU-Fraktionschef Günter Busch darauf hin, dass der OOWV den hohen Anteil der Fixkosten (über 70 Prozent) an den Gesamtkosten geltend macht, der auch verbrauchsunabhängig auf die Gebühr umgelegt werden müsse. Das sei beim Strom und Gas sowie bei der Telekommunikation schon seit Jahren gang und gäbe.

Mit seinen Interventionen habe der Stadlander Rat die erste Abwassergebühren-Erhöhung nach elf Jahren erträglicher gemacht, so Günter Busch. Die wäre auch wohl in der Höhe nicht zu verhindern gewesen, wenn die Gemeinde die Abwasserentsorgung nicht an den OOWV verkauft hätte.

Altlandrat Udo Zempel stellte fest, dass die Abwassergebühren-Erhöhung gezeigt habe, wie intakt der Stadlander Gemeinderat sei und wie er für seine Bürger arbeitet. Dennoch werde der Rat doppelt bestraft, weil er die Gebührenerhöhung nicht verhindern konnte und nun dafür auch noch von den Bürgern gescholten werde.