Rodenkirchen - Insgesamt 13 Kilogramm Glasaal hat der Angelverein Stadland jetzt in seinen Gewässern rund um Rodenkirchen ausgesetzt. Rein rechnerisch wären dies genau 43 333 Tiere, sagt der Schriftführer Uwe Leemhuis, „aber gezählt haben wir sie nicht.“
Die jungen Fische sind etwa drei Jahre alt und haben noch nicht allzu viel mit ausgewachsenen Aalen gemeinsam. Sie sind etwa sieben Zentimeter lang und wiegen nur 0,3 Gramm. In den ersten drei Lebensjahren haben sie mit dem Golfstrom schon 3000 Kilometer von ihren Geburtsorten im Meer zu den Flüssen und Seen zurückgelegt, in denen sie sich dann sieben Jahre lang aufhalten.
Kurz vor dem Ziel, an den europäischen Atlantikküsten, werden sie von Glasaalfischern gefangen. Die müssen seit 2013 auf Weisung der EU mindestens 60 Prozent ihrer Fänge für Besatzzwecke zur Verfügung stellen – entweder Aalmastbetrieben oder Angelvereinen, erläutert Uwe Leemhuis. Damit soll der seit den 80er Jahren anhaltende Rückgang der abwandernden laichfähigen Aalbestände aufgehalten werden. Mit zehn Jahren sind die Aale laichfähig und wollen aus dem Süßwasser zurück in die salzige Sargassosee; auf dem Weg gehen sie oft Berufsfischern oder Freizeitanglern ins Netz.
Experten schätzen die Überlebensrate der Glasaale in den Aussatzgewässern der Angelvereine auf bis zu 20 Prozent. Die Angler hoffen, mit dem Aussetzen einen Beitrag zur Erhaltung der Aale geleistet zu haben – schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.
