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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Stadland

Wassersport in Stadland: Strohausersiel ist ein verlorenes Paradies für Freizeitkapitäne

11.06.2021

Rodenkirchen Es war ein großer Tag für Rodenkirchen, als vor 50 Jahren die Sporthafengemeinschaft Weser-Jade mit vielen Gästen die Marina im Strohauser Siel eröffnete. Die Anlage war ein Paradies für viele Hobby- und Freizeitkapitäne, wozu auch der berühmte Showmaster Hans-Joachim „Kuli“ Kulenkampff gehörte. 40 Jahre nach der Einweihung kam allerdings das schnelle Aus.

Kein Käufer in Sicht

Die Hafengemeinschaft bot ihr Eigentum zum symbolischen Preis von einem Euro an, doch weil sich kein neuer Eigentümer fand, musste die Anlage nach der Wassersportsaison 2011 abgebaut werden.

Möglich wurde der Hafen durch den Bau des neuen Strohauser Sieltiefs mit dem Schöpfwerk im Weserdeich. Mehrere aktive Segler aus dem Unterwesergebiet schlossen sich deshalb im Jahr 1970 zusammen, um gemeinsam mit der Sielacht und den zuständigen Behörden einen Seglerhafen herzustellen. So wurden ein Bootshaus und eine Steganlage mit einer Liegeplatzlänge von 550 Metern geschaffen. Sie bot Platz für Sportboote jeder Art als Dauer- oder Gastliegeplätze. Die offizielle Einweihung fand am 11. Juni 1971 statt.

Stammgast „Kuli“

Auch Hans-Joachim Kuhlenkampff, der in den 1960er und 70er Jahren mit seiner Fernsehshow „Einer wird gewinnen“ Einschaltquoten von bis zu 90 Prozent erreichte, gehörte zu den Gästen. Er war leidenschaftlicher Hobbysegler. Mit seiner Segeljacht „Marius IV“ steuerte er immer wieder den Strohauser Hafen an.

Sein Stagsegelschoner, 1973 bei der Fassmer-Werft in Berne gebaut und zu Wasser gelassen, war wegen seiner drei Masten recht auffällig. Immer wieder stellten ihm andere Segler die Frage, warum sein nur 17,2 Meter langes Boot satte drei Masten habe. Kulenkampff antwortete nur trocken: „Weil ich vier nicht unterbringen konnte.“

Bis 1990 war der Showmaster, der am 27. April dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre, mit der „Marius IV“ unterwegs. Dann verkaufte er das Schiff. Die Segeljacht war anschließend unter dem Namen „Langlütjen“ unterwegs.

Große Flutwelle

In Strohausen kündigte sich das Ende des Hafens im September 2010 an: Eine Flutwelle riss einen etwa 40 Meter langen Steg, an dem acht Boote befestigt waren, mit. Der Schwimmgreifer „Harriersand“ des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven konnten sie bergen. Auch die alarmierten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus Nordenham halfen bei der Bergung. Die aufkommende Tide erleichterte die Arbeiten, um die Steganlage zu sichern und alle Boote wieder in den Sportboothafen Strohausersiel zu schleppen.

Ein Jahr später war nach Ende der Wassersportsaison endgültig Schluss. Die Wassersportgemeinschaft bot die Anlage zum symbolischen Preis von einem Euro zum Verkauf an, aber es fand sich kein Nachfolger. Differenzen mit der Stadlander Sielacht und ein nicht mehr kostendeckender Betrieb hätten zu der Entscheidung geführt, begründeten die Vereinsverantwortlichen. Klubhaus und Anleger wurden abgebaut, die Sporthafengemeinschaft aufgelöst.

Ein anderer Plan wurde erst gar nicht verwirklicht. Denn die bis 1974 bestehende Gemeinde Rodenkirchen hatte binnendeichs ein Ferienhausgebiet ausgewiesen, das unmittelbar an das neue Binnensiel anschließen sollte.

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