Seefeld - Insgesamt 130 Neubürger sind in diesem Jahr in die Gemeinde Stadland gezogen. 31 von ihnen folgten am Donnerstagabend der Einladung der Gemeinde zum Neubürger-Empfang in der Seefelder Mühle. Bürgermeister Boris Schierhold begrüßte sie dort.
Einige von ihnen hatten es nicht weit zur Mühle, zum Beispiel Gerd Grunewald. Der 60-Jährige wohnt gegenüber vom Kunze-Hof. Dem Seminar-Hotel ist es auch zuzuschreiben, dass er überhaupt nach Seefeld gekommen ist. Gerd Grunewald stammt eigentlich aus Hamburg, doch die Wechselfälle des Lebens verschlugen ihn in die Nähe von Mönchengladbach.
„Aber der Niederrhein ist nichts für einen Hamburger“, stellte er bald fest und begann für sich und seine Frau im Internet ein Haus an der Nordsee zu suchen. Fündig wurde aber eine Freundin des Paares, die Kölner Schriftstellerin Liane Dirks, als sie im Kunze-Hof ein Seminar leitete. Gerd Grunewald schreibt selbst Kurzkrimis und will jetzt den großen Wurf wagen, seinen ersten Roman.
Echte Lebensqualität
Von der Seefelder Mühle ist der 60-Jährige völlig begeistert: „Die stellen mehr auf die Beine als der ganze Kreis Heinsberg. Das ist echte Lebensqualität.“
Aus der anderen Richtung konnte Anita Herrmann die Seefelder Mühle zu Fuß ansteuern. Sie wohnt seit einigen Monaten an der Hauptstraße. Ihre Sprache hat so gar nichts Norddeutsches, denn die 34-jährige Hotelkauffrau stammt aus Hemsbach an der Bergstraße bei Heidelberg. In Österreich lernte sie ihren Mann Matthias kennen. Gemeinsam zogen sie nach Oldenburg , wo ihr Mann bei der Stadtverwaltung arbeitet. Doch in der Großstadt wurde es ihnen zu laut, zu eng und zu wenig privat. Deshalb leben sie jetzt in Seefeld.
Sie wissen nicht nur Platz und Ruhe zu schätzen, sondern auch, dass es für ihre achtmonatige Tochter Isabella Charlotte Krippe, Kindergarten und Schulen gibt. Das einzige, was der Süddeutschen in Norddeutschland fehlt, ist etwas mehr Temperament.
Jens Hansen arbeitet mit 51 an einem Neustart in Rodenkirchen. Dort hat er sich mit einem Handwerksbetrieb selbstständig gemacht. Lange hatte er in Hamburg gewohnt. Vor drei Jahren kam er als Projektleiter beim Kernkraftwerk nach Stadland. Bei einem abendlichen Einkauf lernte er seine Frau Sonja Wieking kennen. Jetzt er zu ihr gezogen und freut sich, dass das Autofahren in Stadland viel entspannter ist als in Hamburg.
Der alte Müller erzählt
„Wir freuen uns, dass Sie hier sind“, sagte Bürgermeister Boris Schierhold zu ihm und allen anderen Neubürgern. Dann stellte er ihnen kurz die Gemeinde vor. Über den Tourismus informierte Ute Nordhausen, die Leiterin des Touristikbüros. Für die Partnerschaft mit Petit Caux warben Christian Köppen und Sigrid Burmester vom Freundeskreis. Musik spielten Dagmar Barten aus Seefeld und das Ehepaar Miriam und Michael Mendelsohn aus Tossens. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Reiner Böning als alter Müller.
Die Nordwest-Zeitung begleitete die Veranstaltung mit einer Verlosung. Katja Jungjohann vom Abomarketing und NWZ -Redaktionsleiter Norbert Hartfil zogen bei einer Verlosung zehn Gewinner. Den Hauptpreis, einen Rundflug über der Wesermarsch für zwei Personen, gewann Heinz-Hermann Weber. Er kommt ursprünglich aus Recklinghausen und wohnt jetzt in Schwei.
