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Die Oldenburger Autobahn und die Umgehungsstraße

NWZonline, Werkstattfilm und Helmut Böhm erzählen mit historischen Fotos vom Bau der Autobahn und der früheren Umgehungsstraße in Oldenburg.

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Nach 40 Jahren ist Schluss

31.03.2017

Oldenburg Oldenburg genoss bis in die 70er-Jahre hinein einen zweifelhaften Ruf als Nadelöhr auf dem Weg in den Nordwesten. Insbesondere in den Sommermonaten staute sich der Verkehr auf der Umgehungsstraße vor den zahlreichen mit Ampeln geregelten Kreuzungen an der Cloppenburger Straße oder Hauptstraße.

ARTIKEL: Huntebrücke auf der A29 soll abgerissen werden

NWZ vom 27. Oktober 1978 (ePaper-Archiv).

Entlastung brachte zunächst die Autobahn 29 mit der imposanten Brücke über die Hunte, über die im Oktober 1978 die ersten Autos und Laster rollten. Die Brücke über die Hunte ist 440 Meter lang. Als sie gebaut wurde, entwickelte sich vor allem an den Wochenenden ein lebhafter Besucherverkehr von Schaulustigen, die den atemberaubenden und ungewohnten Blick über die Stadt genossen.

Einsturzgefahr besteht laut Joachim Delfs, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, nicht. Als Reaktion auf die baulichen Defizite hat die Verkehrsbehörde bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen. So gilt für Lastwagenfahrer ein Überholverbot. Das Bauwerk mit seinen gewaltigen Dämmen durch die Niederung im Osten der Stadt fällt nicht nur hinsichtlich Höhe und Länge aus dem Rahmen von Verkehrsprojekten, wie sie im Flachland üblich sind. Allein für die Fundamente und Widerlager wurden rund 5000 Kubikmeter Stahlbeton verarbeitet. Wenn man die Gewichte aller bei der Brücke verwendeten Baustoffe addiert, errechnet sich ein Gesamtgewicht von etwa 45 000 Tonnen.

Bei ihrer Freigabe war die Huntebrücke die zweithöchste Straßenbrücke in Niedersachsen. Die Baukosten beliefen sich auf 16 Millionen DM (etwa acht Millionen Euro). Den unter der Kappe des westlichen Überbaus angebrachten Fußgängersteg zahlte damals die Stadt. Die Arbeiten am Bau der Huntebrücke standen unter keinem guten Stern. In der Bauphase ereigneten sich vier folgenschwere Unfälle. Dabei kamen 1977 zwei Bauarbeiter ums Leben.

Der Ausbau der Umgehungsstraße im Stadtwesten und -süden wurde erste drei Jahre später abgeschlossen, die Autobahn am 30. Juni 1981 offiziell eröffnet.

Mit der Zeit ist viel Verkehr über die Brückenbauwerke hinweggerollt, der seine Spuren hinterlassen hat. Außerdem sind die Brücken den Belastungen durch die zunehmenden Schwertransporte nicht gewachsen. Deshalb müssen sie abgerissen und erneuert werden. Der Abriss der Brücke über die Alexander-straße ist die erste Baumaßnahme, die Erneuerung der 30 Meter hohen Brücke über die Hunte in Bornhorst wird folgen. Danach sind die Brückenkonstruktionen an der Südumgehung an der Reihe, die das Dreieck West mit dem Ostkreuz verbinden.

Lobbyarbeit mit der Kohlkönigswürde

Mit dem Bau der Umgehungsstraße im Stadtwesten und -süden wurde bereits im Zweiten Weltkrieg begonnen. Auch Zwangsarbeiter wurden eingesetzt. Zuvor floss der Verkehr aus Ostfriesland und Wilhelmshaven mitten durch die Stadt. Der Julius-Mosen-Platz und das Café Klinge waren markante Punkte, an denen sich auswärtige Autofahrer orientierten.

Fertiggestellt wurde die Umgehungsstraße aber erst im Jahr 1954. Sie verband zunächst die Nadorster Straße mit der Cloppenburger Straße. Bereits nach zehn Jahren wurden täglich 21 000 Fahrzeuge gezählt. Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre reifte der Plan, die Umgehungsstraße zu einer kreuzungsfreien Autobahn auszubauen. Kein leichtes Vorhaben, in Deutschland genossen andere Verkehrsprojekte den Vorzug. Für die Probleme im Nordwesten interessierte sich niemand so wirklich, so schien es.

Das sollte sich ändern, als der damalige Oberstadtdirektor Heiko Wandscher seine guten Kontakte spielen ließ und er dem damaligen Bundesverkehrsminister Lauritz Lauritzen bei einem Bier in der Osternburger Gaststätte „Harmonie“ am Rande einer Veranstaltung den Ausbau der Umgehungsstraße schmackhaft machte. Im Gegenzug versprachen die Stadtoberen dem Minister, Oldenburgs nächster Kohlkönig beim traditionellen Essen in der damaligen deutschen Hauptstadt Bonn werden zu dürfen.

NWZ vom 16. Februar 1974 (ePaper-Archiv).

Wohl sehr verlockend – der Plan ging auf, und bei seiner Inthronisationsrede im Jahr 1974 setzte Lauritzen noch einen drauf. Er versprach zwei Millionen DM für den Bau der Brücke über die Hunte östlich von Oldenburg im Verlauf der Autobahn 29.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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