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Haarentor – Geschichte eines Stadtteils

Der Oldenburger Fotograf Rüdiger Buhl zeigt historische Bilder seines Stadtteils Haarentor rund um die Ammerländer Heerstraße.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg Geschichte Haarentor

Zwischen alter Fleiwa und Universität

11.08.2016

Haarentor Die Wunschliste von Rüdiger Buhl ist nicht lang: Ein Foto von der Gaststätte „Zum kühlen Grunde“, eines von der alten Haarentor-Schule an der Ammerländer Heerstraße (dort, wo jetzt der Imbiss steht), eines von Schreibwaren Hullen an der Ecke von-Kobbe-Straße/Schützenweg und eine Innenansicht der ehemaligen Mühle an der Ecke Ofener Straße/Prinzessinweg (heute Videothek). Buhl ist ein Kind des Stadtteils und seit seiner Rückkehr aus Freiburg nach Oldenburg begeisterter Sammler historischer Aufnahmen aus seinem Kiez, in dem er groß geworden ist.

Dabei hat der 66 Jahre alte Fotograf selbst noch lebhafte Erinnerungen an seine Kindheit, als es die Autobahn und die Universität noch nicht gab. Die Geschichte Haarentors reicht weit ins 19. Jahrhundert zurück, weiß er. Bis 1830 gab es keine Straßen in dem Landstrich. Das Gebiet zwischen der Haaren und dem leicht höher liegenden heutigen Johann-Justus-Weg war Schwemmland. Bauern weideten ihre Kühe auf den gepachteten Wiesen. Das Areal Richtung Zwischenahn hinter dem ehemaligen Haarentor war kaum bebaut. Es gab den Ziegelhof, das Vorwerk der mittelalterlichen Verteidigungsanlage mit einem gräflichen Bauernhof, auf dem Pferde standen (heute Kriegerdenkmal an der Ofener Straße), den Ammerländer Hof (heute Ecke Ofener Straße/Prinzessinweg) und eine Abdeckerei im vorderen Bereich des heutigen Diet-richswegs. Auf alten Karten ist noch der Weg vor der Halbmeisterei eingezeichnet, weiß Buhl.

Innerhalb weniger Jahre siedelten sich dann immer mehr Menschen vor dem Haarentor an, bäuerliche Anwesen entstanden. Für die Kinder wurde 1840 die erste Haarentorschule an der Ofener Straße gebaut, die schon 1844 in einen Neubau am Schützenweg umzog. Die Siechen- und Armenhäuser entstanden am Schützenweg. „Die Bewohner mussten auf den dahinter liegenden Äckern schuften. Der Erlös aus dem Verkauf der Ernte floss in den Stadtsäckel“, hat Buhl herausgefunden. Mit der Besiedlung wurden auch die Wege befestigt und Straßen gebaut. Die Eichen am Artillerieweg, Johann-Justus-Weg sowie Schützenweg wurden 1851 gepflanzt. „Die Bäume am Schützenweg kümmerten und wurden schließlich gefällt“, erzählt der 66-Jährige.

Historische Artikel und Fotos aus Oldenburg-Haarentor finden Sie im NWZonline-Spezial „Stadtgeschichte Oldenburg“.

Eine Zäsur bedeutete der Bau der Eisenbahnstrecke Oldenburg/Leer im Jahr 1870, die den Stadtteil durchschnitt – ein Bahnwärterhaus wurde am Schützenweg gebaut, das auch heute noch steht. Mit der forschreitenden Besiedelung wurden auch Straßen und Industrieanlagen gebaut. Die Munitionsfabrik am Artillerieweg (heute das Gelände von Eichamt und Freiwilliger Feuerwehr), der Schlachthof (Alte Fleiwa), der Bäckereigroßhändler am Schützenweg: Die Betriebe waren alle mit Gleisen ans Schienennetz angeschlossen. Reste davon sind auch heute noch am Fuß-/Radweg zwischen Schützenweg und Industriestraße entlang der Bahnlinie zu sehen.

„Haarentor hatte eine hervorragende Infrastruktur mit Geschäften und Handwerkern“, berichtet Buhl weiter. Edeka, Spar und ein Konsum gehörten dazu. Kneipen entstanden wie das ehemalige Tanzlokal „Krückeberg“ oder das heutige „Mephisto“ am Artillerieweg, das in seinen Ursprüngen „Pulverwache“ hieß, in der die Arbeiter nach ihrer Schicht in der gegenüberliegenden Fabrik ihren Durst löschten. Das Haus soll um 1850 herum gebaut worden sein.

An vielen Häusern hängen Geschichten – wie etwa die von Oma Bunjes, die Jahr für Jahr in den 20er-/30er-Jahren als erste frische Bohnen auf den Markt brachte, die der Opa von Rüdiger Buhl, Gustav Popken, am Schützenweg hinter seinem Haus angepflanzt hatte.

Wer weitere historische Aufnahmen aus dem Stadtteil hat oder Geschichten beitragen möchte, kann Rüdiger Buhl unter Tel. 0163/801 80 27, am Schützenweg 51, 26129 Oldenburg, oder per Mail an r.buhl@mac.com erreichen.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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