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Drei tatverdächtige Männer nach Axt-Angriff in U-Haft
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Überfall In Oldenburg
Drei tatverdächtige Männer nach Axt-Angriff in U-Haft

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Nachkriegszeit in Oldenburg

Die Stadt Oldenburg blieb vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont. Für die Menschen war die Zeit nach dem 8. Mai 1945 dennoch voller Veränderungen und Neuanfänge.

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20.01.2011

OLDENBURG Die 1950er Jahre in Oldenburg: Zeit des (Wieder-) Aufbaus und Zeit des Aufbegehrens. Die Jugendlichen, gern als Halbstarke bezeichnet, probten einen ersten Aufstand – und machten mit Mopeds und Rock’n’Roll die Straßen unsicher.

Oldenburg war keine ruhige Ausnahme in jenen wilden Jahren. Doch was für viele Bürger eher ein Ärgernis war, hatte für die Firma Stukenberg durchaus positive Effekte: „Der Eisladen meiner Eltern war der Treffpunkt der Jugend“, weiß Günter Stukenberg, Sohn der Firmengründer. „Oft musste die Polizei kommen, um den Verkehr zu regeln – der Pferdemarkt war schwarz vor Menschen, die vor unserem Kiosk standen.“

Der Pferdemarkt war in jenen Jahren nämlich noch längst nicht der Verkehrsknotenpunkt, wie man ihn heute kennt. Die Eisenbahn fuhr ebenerdig quer über die Heiligengeist- und andere Straßen, der Verkehr stand oft vor den Schranken. Gut für die kleinen Buden entlang des Pferdemarktes, gut besonders für Eis Stukenberg.

Den Standort der (mobilen) Eisdiele hatten Josef „Onkel Jupp“ Stukenberg und seine Frau Hertha zu diesem Zeitpunkt schon seit langem belegt. 1932 war man (nach einer Idee von Hertha) erstmals mit einem kleinen Karren am Pferdemarkt aufgetaucht. Wenige Jahre später investierte man ins Geschäft und baute einen großen fahrbaren Kiosk zusammen – in Eigenarbeit. „Der hielt bis gegen Ende des 2. Weltkriegs“, sagt der heute 83-jährige Günter Stukenberg, der damals vor der Eisdiele mit Kiosk gespielt hat.

Mit diesem Geschäft (das damals außer der nahen Kaffee-Schenke eines der wenigen war, das in Oldenburg Speiseeis selbst zubereitete und anbot) verbindet Stukenberg „vor allem das Stangeneis. Da es noch keine Eismaschinen gab, erhielten wir morgens dieses in lange Stangen geformte Wassereis, das mit Pferdewagen angeliefert wurde. Bei uns wurden die Stangen zerstoßen und für die Kühlung des Speiseeises verwendet.“

Die süße und kühle Schleckerei made in Oldenburg – Geschmackssorten Vanille, Schoko, Erdbeere, „mehr war auch gar nicht gefragt“, so Günter Stukenberg – kam auch nach dem 2. Weltkrieg direkt vom Pferdemarkt; erneut aus einem neuen, nun hölzernen Geschäft. Früh morgens stellten die Bauern die Milchkannen vor die Tür, dann kamen auch schon bald die ersten Kunden und legten 5 Pfennig für eine Kugel auf den Tresen.

„Der Standort war hervorragend“, so Günter Stukenberg als damaliger Firmenchef. „Wir boten von März bis nach dem Kramermarkt unser Speiseeis an – und bis auf die Zeit des Rummels selbst hatten wir gute Umsätze.“

Ab 1954 war Stuckenberg-Eis auch am neuen Standort zu finden: Man zog ins Café auf dem Stautorkreisel. Hier gab es fortan Speiseeis, und hier gab es später auch Diskomusik (Bedienung unter anderem: Judith vom heutigen Gesangsduo Judith & Mel) – die Jugend hatte andere Vergnügen entdeckt. „In den 50er Jahren am Pferdemarkt gab es eben nicht anderes, da war unser Eisladen eben der Treff und Unterhaltung für junge Leute“, merkt Günter Stukenberg an, der jetzt seine alten Fotos vom Geschäft dem Verein Werkstattfilm zur Archivierung übergeben hat.

Inzwischen wird die Firma Stuckenberg (mit ck geschrieben, weil der Großvater mal etwas falsch in ein Formular eingetragen hatte) in dritter Generation von Ralf Stukenberg geführt mit Läden an der Hundsmühler und der Weißenmoorstraße.

Dort ist der Andrang oft zwar genauso groß wie einst am Pferdemarkt – aber ganz ohne Rock’n’Roll und Schmalztolle.

Klaus Fricke

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