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50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

NWZonline und Werkstattfilm erzählen mit historischen Fotos von der Geschichte der ältesten Fußgängerzone Deutschlands.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

Die neue Fußgängerzone aus Sicht eines Sechsjährigen

07.07.2017

Oldenburg Und plötzlich ist man Zeitzeuge: Als vor 50 Jahren die Fußgängerzone eröffnet wurde, war ich sechs Jahre alt. Von der Feier, wenn es denn überhaupt eine gab, habe ich nichts mitbekommen. Meine Aufmerksamkeit im Sommer galt dem Fußballspielen und Erkundungstouren rund um die Tonkuhle in Eversten. Mein Revier, wenn man so will.

Die Ausflüge mit Oma oder Mutter in die Stadt hinterließen allerdings auch einen bleibenden Eindruck. Die Busse der Linie 14 – dreistellig waren die Zahlen damals noch nicht – brachten uns von Eversten zur Innenstadt. Die Bürgersteige waren schmal, wo es irgendwo möglich war, parkten Autos, an denen sich die Busse vorbei quälten. Aus den Auspuffrohren quollen dicke Abgaswolken, die beim Einatmen in der Nase bissen. Über die Gefährdung der Gesundheit machte sich damals niemand Gedanken, der Abgasgestank wurde als gegeben hingenommen.

Für einen kleinen Jungen gab’s viel zu entdecken. Munderloh stellte Autos zum Verkauf vor die Tür, und auch die geparkten Modelle erregten die Aufmerksamkeit eines Sechsjährigen, der seine Neugier einmal mit einer Beule an der Stirn bezahlen musste. Gerade als ich meinem Blick wieder nach vorne richtete, stieß ich mit dem Kopf direkt vor Leffers gegen den Mast eines Verkehrsschildes. Das musste ordentlich gekracht haben, denn meine besorgte Mutter ging mit mir ins Modehaus zu einem Stand, an dem Frauen Stoff von großen Ballen verkauften. Zum Schneiden benutzten die Damen große Messer. Eine freundliche Verkäuferin kühlte mir mit der Klinge die Stirn, auf der das Horn von Minute zu Minute größer wurde.

Zur Belohnung und unabhängig von irgendwelchen Blessuren, wenn ich den Einkaufsbummel einigermaßen geduldig über mich hatte ergehen lassen, gab es meist beim Laden im Herbartgang ein Eis.

Der Mann war mit seiner glänzenden und poliert wirkenden Glatze eine imposante Erscheinung. Das Eis reichte er freundlich aus seinem Laden heraus und freute sich, wenn es den Kindern schmeckte.

Im Gedächtnis haften geblieben sind auch die Werbesprüche aus der damaligen Zeit. „Ob Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff, Reisebüro Pekol ein fester Begriff“ – die Reisen konnten gleich im Reisebüro gegenüber von Horten am Marktplatz gebucht werden. Das Geschäft befand sich dort, wo heute die Menschen in und vor dem Eiscafé sitzen.

Ging’s mal mit meinem Vater und dem Auto in die Stadt, wurde am Waffenplatz nach einem Parkplatz gesucht und anschließend noch getankt. Neben den Dieselbussen verpesteten auch Zweitakter mit ihrem Benzin-/Ölgemisch die Luft. Im Winter legte sich wie ein Teppich der Rauch aus den Brikett- und Kohleöfen über die Stadt.

Zurück fuhr der Bus für mich an der Brücke über die Hausbäke an der Gartenstraße ab. Die Busse kamen im Gegensatz zu heute aus Richtung Staatstheater. Für mich war es eine Freude, meiner Oma die Nummern der Linie schon aus der Ferne vorlesen zu können. Schöne Zeiten waren das, die Welt war irgendwie unkomplizierter.


Am Samstag lesen Sie ein Porträt von Eheleuten, die vor 50 Jahren geheiratet haben.


Mehr unter   https://www.nwzonline.de/stadtgeschichte-oldenburg/oldenburger-fussgaengerzone 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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