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50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

NWZonline und Werkstattfilm erzählen mit historischen Fotos von der Geschichte der ältesten Fußgängerzone Deutschlands.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

Anfahren am Berg – in der Bergstraße

22.07.2017

Oldenburg Für die Schülerinnen und Schüler des Fahrlehrers Helmut Müller (77) war eine Fahrschulstunde oder gar eine Prüfung vor Beginn der Bauarbeiten für die Fußgängerzone in Oldenburg immer wieder eine Herausforderung. Als Jungfahrlehrer mit 25 Jahren befuhr er in der elterlichen Fahrschule von 1964 bis 1967 sämtliche Innenstadtstraßen, auch die, die heute die Fußgängerzone darstellen.

Gerne schickten die Fahrprüfer einen Anwärter in die Einmündungen der Bergstraße und Kleine Kirchenstraße sowie in die Lange Straße. Dort war das sogenannte „Anfahren am Berg“ unter Einsatz der Handbremse notwendig.

Nun muss man wissen, dass die Handbremsen damals noch nicht die Stärke hatten, wie man sie heute gewohnt ist. „Heute kommen Sie mit der Handbremse nicht einen Zentimeter vom Fleck“, weiß Müller. Wenn der Prüfling nun aber seinen VW Käfer, den Opel Kadett oder den Rekord wiederholt abwürgte oder den Wagen zurückrollen ließ, hatte er schon verloren.

Auch wurden die Kandidaten häufig in die beiden Einbahnstraßen Lange Straße und Achternstraße geschickt. Wer sich dabei nicht – wie vorgeschrieben – vor dem Linksabbiegen in die Schüttingstraße oder bei der Hirsch-Apotheke in die Achternstraße „deutlich über die Fahrbahnmitte“ nach links einordnete, wurde ein zweites Mal über diese Strecke geschickt. Und dann galt, wiederholt nicht richtig eingeordnet: Nicht bestanden!

Und es gab erst bei erfolgreicher Wiederholungsprüfung den großen grauen „Lappen“, den man noch unter dem Foto selbst unterschreiben musste. Damals bestand der Führerschein übrigens noch aus DIN-A 5 gefalteter Textilfaser mit grauer Kunststoffbeschichtung.

Probleme gab es auch, wenn die Fahrschüler links und rechts verwechselten. „Eine Schülerin hatte sich ein L auf die linke und ein R auf die rechte Hand gemalt“, so Müller.

Die Fahrprüfung begann immer beim TÜV an der Nadorster Straße, kurz vor der Autobahnauffahrt. Der Pferdemarkt musste überquert, eine Eisenbahnschranke beachtet und vier Ampeln im schlimmsten Fall überwunden werden. Und wenn diese ausfielen, standen dort bis zu vier Polizisten, die den Verkehr regelten.

Der Vorteil für den Führerscheinkandidaten: Bei einer Prüfungszeit von 20 Minuten blieb dann nicht mehr viel Zeit, um Fehler zu machen.

Gerne ist Müller auch mit seinen Schülern nach Bremen gefahren, um das Parken im Parkhaus zu üben, weil es in Oldenburg noch kein Parkhaus gab, und die „Konfrontation“ mit einer Straßenbahn dort geübt werden konnte.

Es gab Zeiten, da hatte Müller 15 Krankenschwestern in seinem Lehrgang, die meisten aus dem nahe gelegenen Kinderkrankenhaus. Der älteste Fahrschüler war 67 Jahre alt. Das war dem NDR ein Interview mit dem „älteren Herrn“ wert. Reporterin Inge von Danckelman führte das Interview, die später das Personalmanagement der Stadt übernahm.

Der kleinste Fahrschüler war 135 cm groß, erinnert sich Müller. Der größte über zwei Meter. So ganz „nebenbei“ fuhr er im Rahmen des Taxibetriebes seines Vaters während seiner Zeit über 100 Frühgeburten im Brutkasten von der Klinik in Kreyenbrück ins Elisabeth-Krankenhaus. Heute stehen hierfür Spezialfahrzeuge zur Verfügung.

Helmut Müller hat seine Fahrlehrerprüfung im Jahr 1964 absolviert, den Führerschein wiederum 1952 auf einem VW-Käfer gemacht. „Der hatte noch den Winker, um das Abbiegen nach links und rechts anzuzeigen“, so Müller. Erst 1957 wurden diese durch den „Blinker“ ersetzt. Ab 1970 durfte er seine Schülerinnen und Schüler auf die Autobahn führen – und ab 1974 fanden dort dann auch Fahrprüfungen statt.

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