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50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

NWZonline und Werkstattfilm erzählen mit historischen Fotos von der Geschichte der ältesten Fußgängerzone Deutschlands.

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06.07.2017

Oldenburg Pfennigabsätze, Pillbox und kleines Kostüm trug die modebewusste Frau, als 1967 der letzte Stein in das Pflaster der Oldenburger Fußgängerzone geschlagen war. Doch die 68-Generation stand vor der Tür, in der Carnaby Street in London pfiff man auf Kostümchen, und Sandy Shaw trällerte barfuß in den Top-Ten „Puppet on a string“.

Mit Irmgard „Lulu“ Fuhrberg und Helga Holzgrefe gab es in jenen Jahren in der jungen Fußgängerzone zwei Frauen, die für ausgefallene Wünsche genau die richtigen Ansprechpartnerinnen waren.

Helga Holzgrefe hatte in Berlin Mode studiert, mit Designern kreativ geplant und in Italien weltgewandt und „bella figura“ gelebt. In ihre „Annett-Boutique“ an der Haarenstraße kamen die Frauen mit einer „Vogue“ oder einer „Elle“ unter dem Arm und ließen sich von ihr etwas ähnliches entwerfen. Sie war immer à la mode gekleidet und ihre Schaufenster-Dekos waren künstlerisch inspiriert.

Den großen Durchbruch erlebte die Designerin, als sie einen Wettbewerb der Fluggesellschaft LTU gewann und die neuen Uniformen für deren Stewardessen nach ihren Zeichnungen geschneidert wurden.

Ein Risiko scheute sie nie und haftete mit ihrem gesamten Privatvermögen bei der Gründung des Geschäfts. Ihr Motto: „Nur wer das Unmögliche versucht, schafft auch das Mögliche.“ Über Jahrzehnte war die Mutter zweier Kinder eine Trendsetterin mit extravaganter Mode.

Das Unmögliche möglich zu machen, diesen Satz hätte gewiss auch Irmgard „Lulu“ Fuhrberg unterschrieben, die mit „Lulu’s Saloon“ genau für jene Mode stand, die man auch in London, Kopenhagen oder Paris kaufen konnte. „Sie flog dann rüber und kaufte dort für das Geschäft ein“, erinnert sich Tochter Sibylle Fuhrberg an die Einkaufsexkursionen in die Metropolen. Internet-Shopping gab’s ja noch nicht.

Gestartet war Lulu am Schlossplatz 24, zunächst 1968 als Geschäftsführerin eines Bremer Mode-Unternehmens. Wenig später übernahm sie den Laden und zog an die Achternstraße 18. Poppige Schwarz-weiß-Deko signalisierte schon von außen, dass es hier nichts 08/15 von der Stange gab. Schnell wurde sie über die Grenzen der Stadt für freakige und ausgefallene Mode bekannt. Einen kleinen Sekt, einen Kaffee und Plauderei über Mode gehörte bei Lulu, die gern Schwarz trug, einfach dazu. „In Osnabrück charterten Frauen einen Bus, um nach Oldenburg zu fahren und bei ihr einzukaufen“, erzählt die Tochter der im April verstorbenen Lulu. Dann saßen sie gemütlich und fröhlich zusammen, und es war ein bisschen wie eine Modenschau.

Auch viele Show-Größen kauften bei ihr ein, wenn sie in der Nähe waren. Der gerade verstorbene Schlagerstar Chris Roberts etwa hatte eine Vorliebe für ausgefallene Fransengürtel, die damals angesagt waren, und kaufte sie bei ihr. Auch Judith und Mel zählten zu den Kunden.

Aber Lulu – selbst Mutter von drei Kindern – war auch daran gelegen, dass sich Schwangere modisch kleideten. „Ganz im Sinne der 68er Generation wollte sie das Selbstwertgefühl der Frauen stärken“, erinnert sich ihre Tochter noch heute.

Wer Ende der Sechziger durch die Fußgängerzone bummelte, entdeckte auch in vielen anderen von Inhabern geführten Geschäften modische Kleidung – je nach Geschmack unter anderem bei Peter Schütte und Beheim an der Heiligengeiststraße, bei Leffers, Modelia, Rowold, Bruns, der Buddelei, Wipperfürth und anderen.

Die nächste Folge der NWZ-Serie zum Jubiläum der Fußgängerzone beschäftigt sich am Freitag, 7. Juli, mit Hinnerk Krüselkopps Erinnerungen an diese Zeit.


Mehr Infos und alte Bilder unter:   https://www.nwzonline.de/stadtgeschichte-oldenburg/oldenburger-fussgaengerzone 
Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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