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50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

NWZonline und Werkstattfilm erzählen mit historischen Fotos von der Geschichte der ältesten Fußgängerzone Deutschlands.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 50 Jahre Oldenburger Fußgängerzone

Wie Oldenburg auf den Verkehr der 1960er reagierte

04.07.2017

Oldenburg Vor der Eröffnung der Fußgängerzone vor 50 Jahren stand eine Menge Arbeit. Wohin mit dem Straßenverkehr? Diese Frage stellte sich in Oldenburg, als mit dem Wirtschaftsaufschwung immer mehr Autos durch die Stadt fuhren. Die Umgehungsstraße war endgültig erst Mitte der 60er Jahre fertiggestellt geworden. Bis dahin rollten Laster und Autos von und nach Bremen sowie nach Wilhelmshaven durch die Stadt. Das Café Klinge war für viele Auswärtige, die aus dem Westen über die Ofener Straße in die Stadt fuhren, auf dem Weg nach Bremen das optische Signal, nach rechts abbiegen zu müssen.

Doch auch nach Fertigstellung der Umgehungsstraße nahm der innerstädtische Verkehr kaum ab. Die Pekol-Busse quälten sich durch die Innenstadt, vor den Bahnübergängen am Pferdemarkt bildeten sich regelmäßig lange Schlangen vor den heruntergelassenen Schranken.

In der Stadt reifte der Plan, eine große Lösung für das Verkehrsproblem zu finden. Der Pferdemarkt wurde mit seinem Kreisverkehr neu gestaltet und verkehrlich geordnet sowie die Bahn hochgelegt. Der automobile Verkehr konnte nun unter der Eisenbahnbrücke ungebremst hindurchfließen.

Spielplatz: Wo heute Autos auf dem Schloßwall fahren, spielten früher Kinder. Bild: Archiv/Helmuth Meinken

Und nicht nur das. Um den Verkehr aus der Innenstadt herauszuholen, wurden die Wälle zu funktionsfähigen Verkehrstraßen ausgebaut. Ein hoher Preis, der gezahlt werden musste. Der Schloßwall entstand als Straße am östlichen Rand des Schlossgartens, die Häuser an der Straße Schloßplatz verloren ihre Gärten. Und schlimmer noch: Der Küchenflügel des Elisabeth-Anna-Palais wurde abgerissen, der bei jungen Familien beliebte Kinderspielplatz am Pulverturm verschwand. Für den Ausbau des Paradewalls fielen zahlreiche Bäume am Schloss, Teile des Hafenbeckens am Stau wurden mit einer Brücke überbaut, die Haaren für den Bau der Straße Staugraben in ein enges durch eine Mauer begrenztes Bett gezwängt. In der Verlängerung des Staugrabens entstand Richtung stadtauswärts die Straße Am Stadtmuseum, für die die schönen Gärten der Francksen-Villen geopfert wurden.

Kahlschlag könnte man sagen, gegen den sich in Oldenburg durchaus Protest regte. Als Pläne auftauchten, die Gartenstraße durch den Schlossgarten zu verlegen, war es den Oldenburgern genug. Es formierte sich eine Bürgerinitiative, der es gelang, den Schlossgarten an dieser Stelle in seiner Schönheit zu bewahren.

Doch zum Bau des Inneren Rings, wie er vom ehemaligen Stadtbaurat Horst Neidhardt schon Ende der 50er-Jahre ins Gespräch gebracht worden war, gab es keine Alternative. Die Bevölkerung der Stadt war von 79 000 Einwohner im Jahr 1939 über 108 000 im Jahr 1946 auf 135 000 im Jahr 1965 angewachsen.

Hinzu kam die zunehmende Automobilisierung, der Oldenburger Innenstadt drohte der Verkehrskollaps. Böse Zungen mögen nun behaupten, dass sich daran bis heute nichts geändert hat. Oldenburgs ehemaliger Oberstadtdirektor Heiko Wandscher entgegnete einmal, dass dafür auf den vierspurigen Ausbau der Ausfallstraßen verzichtet wurde. Der Ausbau der Umgehungsstraße zur Stadtautobahn, über die vor allem auch der innerstädtische Verkehr fließt, sorgte für eine gewisse Entlastung.

Aktuell wird über die Sperrung des Heiligengeistwalls für Autos mit Verbrennungsmotoren diskutiert, weil dort ständig die strengen Grenzwerte für die Belastung der Luft mit Schadstoffen überschritten werden.

Die Suche nach verkehrlichen Lösungen bleibt in Oldenburg immer ein Thema.

Die nächste Folge der NWZ-Serie zum Jubiläum der Fußgängerzone beschäftigt sich am Mittwoch, 5. Juli, mit Erinnerungen an die damalige Haarenstraße.


Mehr Infos und alte Bilder unter:   https://www.nwzonline.de/stadtgeschichte-oldenburg/oldenburger-fussgaengerzone 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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