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Der Oldenburger Hafen

Die Promenade am Stau vom „Schwan“ bis zu „Heini am Stau“ war noch bis in die 1980er-Jahre hinein Umschlagplatz für Waren, die auf der Hunte transportiert wurden. In den vergangenen Jahren hat sich der „Alte Stadthafen“ enorm verändert.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Erinnerungen tauchen auf

09.09.2016

Oldenburg Männer mit Bärten sitzen am Hafen einige. Sie trinken Smoothies und Soja-Latte. In der Mittagssonne funkeln ihre Smartphones. Eine steife Brise zieht auf.

Der Wind wirbelt Erinnerungen auf. An längst vergangene Zeiten: Handelsschiffe, die die Hunte passierten, um Güter über die Weltmeere in fremde Länder zu bringen. Das Geschäft der Oldenburger Glashütte florierte damals, Ende des 19. Jahrhunderts. Immer mehr Firmengebäude ragten rechts und links der Hunte in den Himmel und gaben der Stadt ein neues Gesicht. Eine Eisfabrik versorgte Gastronomen zu Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab. Die Stadt konnte auf dem Seeweg Waren ins Ruhrgebiet verschiffen. Der süßsaure Duft des weithin sichtbaren Getreidesilos von J. Müller lag über Oldenburg, wie eine warme, vertraute Decke. Die Brand Werft, ein altes Oldenburger Familienunternehmen, lag auf der Osternburger Seite des Hafens, vor der Einmündung des Hemmelsbäker Kanals in die Hunte. Seeschiffe und Gastanker wurden hier gebaut.

Später, als längst keine Rinder mehr auf dem Schlachthof zerlegt wurden und hinter staubigen Fenstern verlassener Mauern Vögel nisteten, kamen neue Bewohner. Mit bunten Haaren und verrückten Ideen. Die Oldenburger Wagenburg, Künstler, Studenten, siedelten sich an. Für die Arbeitsagentur wurde ein riesiger Block gebaut. Die Industrie zog sich zurück, hinter die Eisenbahnbrücke und hinterließ leere Lagerhallen.

Irgendwann rückten die Herren in Anzügen, Architekten und Investoren mit großen Ideen und Plänen an: Wohnen am alten Stadthafen. Neben Neubauten säumten auf einmal Cafés die Promenade – nun wo Smoothies und Soja-Latte serviert werden.

Ab und zu tauchen Erinnerungen auf. Beim Verein Werkstattfilm sogar stapelweise. Farschid Ali Zahedi hat mit seinem Team monatelang in den Archiven gestöbert, Zeitzeugen interviewt, Filme geschnitten, recherchiert. Herausgekommen ist „Eine Zeitreise in Bildern“. Die Ausstellung soll die wechselvolle Geschichte des Hafens für alle Generationen festhalten.

Mehr als 20 Oldenburger haben mit Fotos, Super-Acht-Aufnahmen und eigenen Erinnerungen zu dem geschichtlichen Mosaik beigetragen. Aktuelle Aufnahmen ergänzen die Zeitreise. „Wir wollen nicht an der Vergangenheit kleben bleiben – aber wenn über Stadtentwicklung debattiert wird, muss man auch nach hinten schauen“, sagt Werkstattfilm-Chef Farschid Ali Zahedi. Vielleicht werden die Männer mit Bärten ihren Hafen bald mit anderen Augen sehen.

Lea Bernsmann
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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DVD „Die Fahrkarten bitte!“

Geschichten rund um den Oldenburger Nahverkehr von 1883 bis 1980, produziert von Werkstattfilm e.V.

Dauer: 90 Minuten
Preis: 20 Euro

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Bildband „Abbrüche und Aufbrüche in Oldenburg“

Einblicke in die Stadtentwicklung der 1950er- und 1960er-Jahre, herausgegeben von Werkstattfilm e.V.

64 Seiten
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DVD „Oldenburg im Bild“

Erleben Sie Oldenburg von der Nachkriegszeit bis in die 1960er-Jahre, produziert von Werkstattfilm e.V.

Dauer: über 120 Minuten
Preis: 18 Euro

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Bildband „Nächste Haltestelle Stadtumbau“

Oldenburger Stadtentwicklung in der 1950er- und 1960er-Jahren, herausgegeben von Werkstattfilm e.V.

64 Seiten
Preis: 18 Euro

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Bildband „Oldenburg - Blumen und Beton“

Einblicke in die Stadtentwicklung der 1950er- und 1960er-Jahre, herausgegeben von Werkstattfilm e.V.

64 Seiten
Preis: 18 Euro

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Ausstellung


Entdecken Sie noch bis Juni 2017 die Geschichte des Oldenburger Hafens im Kinoladen von Werkstattfilm

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