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Der Oldenburger Hafen

Die Promenade am Stau vom „Schwan“ bis zu „Heini am Stau“ war noch bis in die 1980er-Jahre hinein Umschlagplatz für Waren, die auf der Hunte transportiert wurden. In den vergangenen Jahren hat sich der „Alte Stadthafen“ enorm verändert.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg Geschichte des Oldenburger Hafens

Hafengeschichte mit der Kamera dokumentiert

19.10.2017

Oldenburg Am Osthafen ist dieser Tage ein Rekord aufgestellt worden. Mit einer Länge von 110 Metern ist das Binnenschiff Rehoboth II das größte Schiff, das jemals in Oldenburg angelegt hat. „Zudem ist es 11,45 Meter breit und kann 3237 Tonnen laden“, sagt Jürgen Schirsching.

Und der muss es wissen. Zeit seines Lebens hat ihn die Binnenschifffahrt begeistert. In seiner Wohnung in Osternburg sammelt er Bücher, in denen die Binnenschiffe verzeichnet sind. Knapp 5000 Fotos von Binnenschiffen befinden sich in seinem Besitz. „Von den Rheinschiffen kenne ich viele. Die Schiffe, die auf dem Küstenkanal unterwegs sind, kenne ich alle“, erzählt der 69-Jährige.

Der gelernte Elektrotechniker ist selbst nur ein Jahr mit einem Schiff unterwegs gewesen. Später hat er auf den Werften Abe-king & Rasmussen beziehungsweise Lürssen an der Unterweser gearbeitet. Gelegentlich fuhr er bei den Probefahrten mit, um die Elektrik zu überprüfen.

Seine Sammelleidenschaft wurde während der Suche nach einem Bild von einem Schiff ausgelöst, auf dem er selbst gefahren war. 1980 ist er mit seiner Frau nach Oldenburg gezogen. An Osternburg schätzt er besonders, dass der Stadtteil durch die Hunte und den Kanal an das Wasserstraßennetz angeschlossen ist. Nahezu täglich setzt er sich auf sein Fahrrad und radelt zum Hafen, wo er die Schiffe fotografiert. Wie auch die Rehoboth II, deren Rumpf in China gefertigt und zur Endmontage nach Holland verschifft wurde.

In Oldenburg wurden 2000 Tonnen Weserkies gelöscht. Den Weg zur Hunte machte für das 110 Meter lange Schiff erst der Neubau der Schleuse in Minden möglich. Das neue Bauwerk am Wasserstraßenkreuz Weser/Mittellandkanal hat eine Nutzlänge von 139 Meter, eine Fallhöhe von 13,30 Meter bei normalen Betriebswasserständen, eine Drempeltiefe von vier Meter und eine Kammerbreite von 12,50 Meter.

Mit seiner Sammel- und Fotografieleidenschaft ist Schirsching zu einem Zeitzeugen geworden, der auch die Geschichte des Oldenburger Hafens oder der Schleuse festgehalten hat. So gehört ihm eine Postkarte vom Schleusenblick, dem heutige Hafenhaus. Damals befand sich in dem Haus auch ein Tante-Emma-Laden, in dem die Schifferfrauen einkaufen gingen, während die Männer sich mit ihrem Schiff schleusen ließen.

Die Zeit war knapp, sie reichte allerdings aus, um die dringend benötigten Lebensmittel einzukaufen. Die Schiffe, damals oftmals Schleppzüge (ein Schlepper zog mehrere Schleppkähne hinter sich her), waren mit etwa fünf bis sechs Stundenkilometern unterwegs. Also sehr langsam und es konnte dauern, bis es mal wieder eine Gelegenheit zum Einkaufen gab. Kühlschränke gab es noch nicht an Bord.

Gelegentlich gibt es für Schirsching auch besondere Wiedersehen. Wie mit einem Schlepper beispielsweise, der 1897 bei Boele & Zn. im niederländischen Slikkerveer als Dampfschlepper Argus 6 gebaut wurde und später als Motorschlepper unterwegs war. Die Namen wechselten häufiger, jetzt war der 120 Jahre alte Motorschlepper „Mignon“ im Sommer bei den Vorarbeiten zur Spundwanderneuerung an der Cäcilienbrücke im Einsatz.

Aus Sicht von Schirsching hat die Verkehrspolitik den falschen Kurse eingeschlagen. „Runter von der Straße, rauf aufs Schiff“, fordert der 69-Jährige. Für ihn ist es unverständlich, dass beispielsweise Teile für Windkraftanlagen als Schwertransport Hunderte Kilometer weit über die Straßen rollen, wo ein Transport mit einem Binnenschiff wesentlich unkomplizierter wäre.

Auch als Autor hat Schirsching sich hervorgetan und das Buch „Schifffahrt auf dem Mittellandkanal“ mit vielen historischen Bildern herausgebracht. Für Oldenburg hat er ebenfalls eine Idee: „Oldenburger Hafenansichten“ könnte ein Bildband heißen, in dem auch zahlreiche Aufnahmen von der Brand Werft zu sehen wären.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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Geschichten rund um den Oldenburger Nahverkehr von 1883 bis 1980, produziert von Werkstattfilm e.V.

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Entdecken Sie noch bis Juni 2017 die Geschichte des Oldenburger Hafens im Kinoladen von Werkstattfilm

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